Das große Sturmboot liegt nur 20 Meter vom Kinderzimmer entfernt. Lange Zeit kann Stefan dort nicht schlafen, nur im Autoscooter findet er Ruhe. Am frühen Abend geht die Mutter mit ihm rüber zum Autodrom

sie fährt, und er schlummert in ihren Armen ein. Die Wagen krachen ineinander, und die Musik spielt, das ist beruhigend, macht glücklich. Um acht lagen wir als Kinder dann im Bett, erinnert sich sein Bruder Thomas, und nebenan schrien die Leute in der Schiffsschaukel wie am Spieß. Du gewöhnst dich an den Krach, hier im Prater in Wien, ich würde ihn vermissen.

Wenn du schreist und lachst, sagt Sabrina, dann verlierst du die Angst vor der Achterbahn. Diese Lebensweisheit haben sie und ihre jüngeren Zwillingsschwestern gelernt im Spreepark im Osten von Berlin, der ihren Eltern gehört.

Wenn es ganz ruhig ist, sagt auch Fabienne, die im Heidepark bei Soltau groß wurde, dann stimmt für mich etwas nicht. Oder es ist Winter. Das Rattern der Loopingbahn klingt für sie und ihre Geschwister vertraut und angenehm wie das Rauschen vom Meer. Mit dem besten Spielplatz direkt vor der Haustür sind sie aufgewachsen und mussten nicht wie die Besucher nach Hause fahren, wenn es Abend wurde.

Endlos Achterbahn fahren, jeden Tag durchgerüttelt und beschleunigt, bis es nicht mehr geht. Das ist ein Kindheitstraum. Aber wie ist es, jeden Sommer und eine Kindheit lang, so zu leben? Immer vergnügte Menschen zu sehen, die für einen Nachmittag die Extreme suchen, wenn die Saison im Prater, dem Spreepark oder Heidepark wieder begonnen hat?

DEN HEIDEPARK BEI SOLTAU,

einen der größten Freizeitparks in Deutschland, sieht und riecht man schon von weitem. Wolken von Popcornduft wehen dem Besucher lange vor dem Parkplatz entgegen, über dem der mächtige Bär Humbo thront. Humbo ist die Inkarnation von Spaß, sagt Fabienne.