Harmlos." Das ist alles, was der Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis in Douglas Adams' gleichnamiger Science-Fiction-Satire über die Erde zu sagen hat. Ein taschenrechnergroßes Gerät mit Hunderten von Knöpfen und einem kleinen Bildschirm, mit dem man Informationen auch noch über die entferntesten Winkel des Sternensystems abrufen kann. Wandernde Kundschafter durchziehen die galaktischen Weiten und bringen den Weltraumreiseführer auf den neuesten Stand. So wird in der Geschichte auch der Eintrag über die Erde erweitert: "Größtenteils harmlos."

Nun soll der Führer noch ausführlicher werden, und zwar ganz real. Adams fand, sein fiktiver Reiseführer sei "ein ziemlich gutes Modell dafür, wie das Web funktioniert". Also kann seit einem Jahr jeder Internet-Nutzer unter www.h2g2.com Einträge verfassen und einsehen (h2g2 ist ein Akronym für Hitch Hiker's Guide to the Galaxy). Doch damit nicht genug, denn was Adams 1977 ersonnen hat, hört heute auf den Namen "Wap-kompatibles Mobiltelefon", eine Art tragbares Internet. Damit möchten er und seine Multimedia-Firma Digital Village einen "Online-Führer für die Erde" erschaffen "der absolut live und interaktiv ist".

Das Konzept hat in Deutschland anscheinend noch nicht so richtig eingeschlagen. Schaut man unter "Germany" nach, so finden sich bislang nur Einträge über "Autobahnen", "Schrebergärten" und "Sauerkraut". Um sein Projekt auch hierzulande bekannt zu machen, besuchte der 48-jährige Schriftsteller jetzt Berlin, wo er einen Vortrag zum Thema Leben in der virtuellen Welt hielt.

"Bislang stellen die Leute nur das rein, was ihnen am Schreibtisch einfällt", sagt Adams. Er träumt jedoch von einem Reiseführer, in dem man auch schon im Restaurant online vermerken kann, dass das Essen lausig ist und die Bedienung schneckengleich. Statt lustiger Fantastereien soll jeder brauchbare Informationen über alles mögliche überall und jederzeit bereitstellen und erfragen können.

Dieses universale Konzept ist Teil seiner Internet-Philosophie: "Wir befinden uns an einem ganz wichtigen Wendepunkt. Weg von einer Sicht der Welt, in der wir von oben kontrolliert werden, hin zu einer Welt, in der die Kontrolle und Kreativität von unten nach oben fließen. Vielleicht gibt es ein paar Zusammenstöße auf diesem Weg, aber es ist keine Frage, wer gewinnt: wir hier unten und nicht die Typen da ganz oben. Denn wir sind diejenigen, die etwas zu sagen haben, die das Geld ausgeben und die Aufmerksamkeit schenken."

Geld ausgeben muss keiner, der h2g2 besucht. Umgekehrt arbeiten auch die field researcher ohne Honorar. Trotzdem beantwortet die Infoseite von h2g2 die Frage nach dem Zweck des Unternehmensschlicht mit "um Geld zu verdienen". Doch wie soll das funktionieren? "Das ist eine komplexe Frage, und die Antwort ist ebenfalls komplex", sagt Adams. "Waren über das Internet zu verkaufen ist eher ein Weg, um Geld zu verlieren. Aber wenn man eine ganze Reihe von Waren, Dienstleistungen und Informationen bereitstellt, die jede für sich winzige Mengen Geld anziehen, dann kann sich das zu großen Summen addieren."

"Starte irgendwo, und werde von dort aus immer besser"