Gerüchte, dass einem der größten Unternehmen des grauen Kapitalmarktes, der Göttinger Gruppe, möglicherweise finanzielle Schwierigkeiten drohen, haben neue Nahrung erhalten.

Am Montag dieser Woche gab der Deutsche Fußballbund (DFB) bekannt, dass Bundesliga-Zweitligist Tennis Borussia Berlin aus wirtschaftlichen Gründen keine Lizenz für die kommende Saison erhält. Der erst kürzlich in eine Kapitalgesellschaft umgewandelte Club aber ist eines der Beteiligungsunternehmen der Göttinger Gruppe. Doch eine Bürgschaft der Göttinger für eine drohende Etatunterdeckung genügte den Frankfurter Fußballoberen nicht. Sie forderten von den Berlinern zusätzliche Sicherheiten durch ein Kreditinstitut. Die allerdings konnte der Vereinsvorsitzende Erwin Zacharias innerhalb der vom DFB gesetzten Zweiwochenfrist offenbar nicht beschaffen. Bereits Ende vergangener Woche hat der Verein allerdings beim Landgericht Frankfurt einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt.

Der Berliner Fußballclub und auch die Göttinger Gruppe können nun nur hoffen, dass dem stattgegeben wird. In diesem Fall könnten sie nämlich noch auf Einnahmen aus einem eventuellen Verkauf von Spielern rechnen. Entscheidet das Gericht hingegen im Sinne des DFB, enden die Spielerverträge automatisch: Sie gelten nur für die Erste und Zweite Liga, und Ablösesummen würden deshalb nicht fällig.

Für die Fans der "Veilchen" kommt der Lizenzentzug wohl nicht wirklich überraschend. Zwar habe sich, klagt Fan Olaf auf der Club-Homepage Ping-Pong, der DFB "nicht gerade fair verhalten". Doch der "Lizenzentzug ist wohl die richtige Entscheidung". Denn wer gesehen habe, wie insbesondere beim letzten Heimspiel der Profis, die am Ende auch noch gegen den sportlichen Abstieg zu kämpfen hatten, an allen Ecken und Enden gespart worden sei, könne sich "ein ungefähres Bild über die finanzielle Lage des Finanzdienstleisters Göttinger Gruppe machen".

Die Streichmaßnahmen waren laut Olaf tatsächlich drastisch: Das Rahmenprogramm wurde total gestrichen, das Programmheft war nur als Notausgabe erschienen. Und selbst die sonst stets besonders verwöhnten VIPs mussten sich diesmal mit schnöden Buletten zufrieden geben.