Der Ort zieht Gründer an: Vor 163 Jahren hat August Borsig hier eine Maschinenfabrik aufgebaut. Damit gab er der "industriellen Revolution einen wichtigen Impuls", heißt es auf der kleinen Steintafel an einer Hauswand Ecke Chaussee- und Torstraße in Berlin-Mitte. Vor fast einem Jahr hat Bernd Hardes auf dem ehemaligen Borsig-Gelände zusammen mit Freunden die Econa AG gestartet. Seitdem liefern sie Impulse für die digitale Revolution. Econa hilft jungen Leuten, eine Firma zu gründen. "Früher reichte es, der Erste zu sein", sagt Hardes, "heute muss man der Erste sein, der es richtig macht."

Inkubatoren nennt man Unternehmen, in denen die Börsenstars von morgen aufwachsen sollen. Sie bieten jungen Dot.com- und Softwarefirmen einen bisher nicht gekannten Service: Inkubatoren vermitteln Kontakte und Kapitalgeber, helfen mit Know-how und Personal. Tür an Tür tüfteln sie mit den Jungunternehmern am Marketingkonzept, geben dem Businessplan den letzten Schliff und brüten die Firmenstrategie aus. Sie stellen die Büroräume samt Computer, Telefon, Faxgerät und Kopierer. Nur die geniale Idee, die muss der Gründer noch selbst ausbrüten. Mit dieser Rundumbetreuung gehen Inkubatoren viel weiter als Business-Angels, die hauptsächlich mit Knowhow und Kontakten helfen, und Venture-Capital-Geber, die dafür sorgen, dass es Start-ups inzwischen nicht mehr an Geld mangelt.

Rund 200 Wagniskapitalfirmen buhlen zurzeit in Deutschland darum, die besten Teams mit Venture-Capital zu versorgen und dafür Firmenanteile zu erhalten.

1999 investierten sie bereits rund 1,8 Milliarden Mark als Start-up-Kapital.

Vor drei Jahren flossen nur 190 Millionen Mark.

"Wir konnten uns ganz auf unsere Stärken konzentrieren"

Das Inkubatorkonzept stammt aus den USA. Incubating wird dort seit etwa 20 Jahren betrieben - offenbar mit Erfolg. Laut einer Studie haben 87 Prozent aller Unternehmen, die in Brutkästen heranwuchsen, die ersten fünf Jahre gut überstanden. Fast jede zweite Firma, die ohne solche Hilfe startete, ging dagegen Pleite.