Der Austauschstudent Theo Sommer schiffte sich am 25. Juni 1950 in Bremerhaven auf dem US-Truppentransporter "General Alexander M. Patch" nach New York ein. Ich war Begleiter - big brother - von 80 Oberschülern, Mädchen und Jungen, die alle für ein Jahr in amerikanische Familien eingeladen waren.

Nachrichten hörte an diesem aufregenden Abreisetag niemand. Als ich am nächsten Morgen auf die Brücke ging, sprang mir fett die Überschrift auf Seite eins der Schiffszeitung in die Augen: Nordkoreaner haben den 38. Breitengrad überschritten! Der Kalte Krieg, der sich in den beiden Jahren zuvor in der Berliner Blockade angekündigt hatte, wurde mit einem Male heiß.

Bange Frage der jungen Amerikafahrer: Würde bald wohl auch in Europa geschossen werden?

Der Krieg begann im Morgengrauen am Sonntag, dem 25. Juni 1950. Um 4.00 Uhr eröffneten die Nordkoreaner mit Haubitzen und Mörsern entlang dem 38.

Breitengrad das Feuer. Dann traten auf der 240 Kilometer breiten Front zwischen dem Gelben Meer und der Japanischen See 7 Infanteriedivisionen, eine Panzerbrigade mit 150 russischen T-34-Tanks zum Angriff an, zusammen rund 90 000 Mann. Sie trafen auf 4 südkoreanische Divisionen und eine Brigade, alle ohne Panzer und schwere Waffen, notdürftig in den Hügeln verschanzt.

Korea war 1905, nach ihrem Sieg über Russland, von den Japanern besetzt und 1910 förmlich annektiert worden. Als das Kaiserreich im August 1945 kapitulierte, rückten Amerikaner und Russen in das Land der Morgenstille ein.

Der 38. Breitengrad grenzte die Besatzungszonen voneinander ab. Wie im geteilten Deutschland verfestigte sich die Trennlinie bald zur Systemgrenze.

Im Norden errichtete Kim Il Sung sein kommunistisches Regime, im Süden Syngman Rhee seine nicht minder diktatorische, wiewohl politisch anders eingefärbte Herrschaft. Alle Bemühungen um eine baldige Wiedervereinigung des Landes scheiterten in den folgenden Jahren - auch dies wie in Deutschland.

Einen Unterschied gab es allerdings: Russen und Amerikaner zogen ihre Truppen ab. Stalin glaubte wohl, die roten Revolutionäre würden auch ohne sowjetischen Schutzschirm siegen. Washington wollte nicht, dass ganz Korea Teil der Moskauer Einflusszone würde. Andererseits veranschlagten Präsident Truman, Außenminister Acheson und die Pentagon-Chefs den strategischen Wert der Halbinsel sehr niedrig. Am 12. Januar 1950 definierte Dean Acheson Amerikas pazifische Verteidigungslinie in einer Weise, die Korea und Formosa - das heutige Taiwan - außerhalb der US-Interessensphäre ließ. Die Stabschefs arbeiteten zwar einen Eventualplan für den Fall einer nordkoreanischen Invasion aus. Er sah indes nur eines vor: die schnellstmögliche Evakuierung aller Amerikaner.

Es kam dann ganz anders. Truman flog am Nachmittag des 25. Juni überstürzt aus seinem Heimatort Independence, Missouri, nach Washington zurück. Während des Fluges ließ er eine lange Reihe von Präzedenzfällen aus den dreißiger Jahren Revue passieren: Japans Einfall in der Mandschurei, Mussolinis Überfall auf Äthiopien, Hitlers Einmarsch ins entmilitarisierte Rheinland.

Wenn die Russen in die Fußstapfen der aggressiven Diktatoren treten sollten, müsste man sich ihnen entgegenstellen, war die Überzeugung des Präsidenten.

Und wenn sie jetzt wirklich von der Unterminierung fremder Staaten zur Eroberung unabhängiger Nationen übergehen wollten - nun, Truman war wild entschlossen: "By God, I'm going to let them have it!"

Zunächst glaubte er, er könne es beim Einsatz von Luftwaffe und Marine bewenden lassen. Aber drei Tage nach dem Angriff fiel die Hauptstadt Seoul.

Fünf Tage nach dem Beginn der Kampfhandlungen war die halbe südkoreanische Armee vernichtet. Die Angreifer standen tief im Süden der Halbinsel. Am 30.

Juni meldete General Douglas MacArthur, der Held des pazifischen Krieges und nun der US-Oberkommandierende in Japan, auch der Rest würde überrannt, wenn der Aggressor nicht gestoppt werde - was nur mit amerikanischen Kampftruppen möglich sei. Schweren Herzens ließ sich Truman darauf ein. Am 1. Juli trafen als Erste zwei amerikanische Infanteriekompanien, auf dem Luftwege aus Japan herangeschafft, im belagerten Pusan ein. Am 5. Juli gab es den ersten Schusswechsel zwischen Amerikanern und Nordkoreanern. Drei Tage später ernannte Truman General MacArthur zum Oberbefehlshaber in Korea.

Es war dies formaliter kein rein amerikanisches Kommando, vielmehr handelte es sich um ein United Nations Command. Auf Achesons Drängen hin war der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen schon am Tag des Angriffs zusammengetreten und hatte (9 : 0 bei jugoslawischer Enthaltung) einen Waffenstillstand und den Rückzug der Nordkoreaner hinter den 38. Breitengrad verlangt. Solche Einmütigkeit war nur möglich, weil die Sowjets den Sicherheitsrat seit Januar 1950 boykottierten

sie wollten so dagegen protestieren, dass Chiang Kai-shek, der nur noch die Insel Formosa beherrschte, seinen Ratssitz nicht an Mao Tse-tung abtrat, den Sieger des chinesischen Bürgerkrieges. Am 27. Juni kam auf die gleiche Weise eine weitere Resolution zustande, die zum Beistand gegen die Abwehr der nordkoreanischen Aggression aufrief.

Eine dritte Resolution (vom 7. Juli) enthielt die dringliche Bitte an alle Mitglieder, Truppen nach Korea zu entsenden. Dies war die Geburtsstunde einer internationalen Streitmacht, die sich in den nächsten Monaten allmählich komplettierte. Am Ende gehörten ihr neben Amerikanern und Südkoreanern Soldaten aus 15 Nationen an. Dabei stellten die GIs zwei Jahre nach dem Angriff die Hälfte - rund 350 000 Mann. Andere Länder - darunter England, Frankreich, Neuseeland, Kanada, die Türkei, Thailand, die Philippinen und Pakistan - brachten 44 000 Mann auf die Beine.

General MacArthur will gleich bis Peking durchmarschieren

Noch freilich befanden sich die Nordkoreaner im Vormarsch. Sie stießen tief in den Süden vor und drängten die Verteidiger bis Anfang September auf einen schmalen Brückenkopf um die Hafenstadt Pusan zurück. Doch dann beendete General MacArthur mit einem gewagten Umgehungsmanöver den Siegeszug von Kim Il Sungs Truppen: Er landete hinter deren Rücken mit 19 Schiffen und einem Eliteverband der Marineinfanterie in der Hafenstadt Inchon, 40 Kilometer westlich von Seoul. Gleichzeitig brachen die Amerikaner aus dem Pusan-Kessel aus und stießen nach Norden vor. Die Nordkoreaner gerieten zwischen Hammer und Amboss. Am 28. September war die Hauptstadt Seoul wieder frei. Zügig rückten die Alliierten auf den 38. Breitengrad vor.

Der Konflikt hatte als nordkoreanischer Krieg gegen Südkorea begonnen und sich rasch zu einem nordkoreanisch-amerikanischen Krieg ausgewachsen. Jetzt war die Frage: Würde er in eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen China und den Vereinigten Staaten umschlagen und am Ende gar in einen Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion münden? Die Frage stellte sich bald nach der Wende im Kriegsgeschehen. Wie sollte es weitergehen, nachdem sich die Alliierten wieder bis an die alte Trennlinie herangekämpft hatten? Sollten sie stehen bleiben? Oder bis zur chinesischen Grenze am Yalu und zur sibirischen Grenze vorstoßen? Washington beschloss am 27. September, MacArthur den Weg nach Norden freizugeben, trotz mancherlei Bedenken, dies könne ein chinesisches oder sowjetisches Eingreifen auslösen. Am 1. Oktober überschritten die Südkoreaner den 38. Breitengrad, acht Tage später folgten die Amerikaner. Sie schlugen die Nordkoreaner in wilde Flucht. Am 28. Oktober befahl MacArthur den Vormarsch bis zum Yalu.

Der eigenwillige General wollte an eine chinesische Intervention einfach nicht glauben. Zwar hatte Ministerpräsident Tschou En-lai die Amerikaner am 2. Oktober über den indischen Botschafter Panikkar wissen lassen, dass China nicht mit verschränkten Armen zusehen werde, wenn die Amerikaner den 38.

Breitengrad überschritten

in diesem Falle würden sie in Korea eingreifen.

Die CIA hielt dies für Bluff, MacArthur desgleichen. Sollten die Chinesen einen Vorstoß auf Pjöngjang unternehmen, erklärte er Truman, "there would be the greatest slaughter" - eine große Schlächterei.

Niemand hatte bemerkt, dass mittlerweile 18 chinesische Divisionen in Nordkorea eingerückt waren, 180 000 Mann - offiziell nicht reguläre Truppen, sondern "Freiwillige". Am 25. Oktober lieferten sie sich das erste Gefecht mit der 6. Infanteriedivision der Südkoreaner, und bald schon trieben sie die alliierten Verbände vor sich her. Am 6. Dezember standen die Chinesen in Pjöngjang, kurz danach erreichten sie den 38. Breitengrad, im Januar fiel Seoul zum zweiten Mal.

Dann ergriffen die Alliierten aufs Neue die Initiative. Wochenlang wogte die Schlacht im eisigen Winter hin und her. Aber am 15. März wurde Seoul - mittlerweile ein menschenleerer Trümmerhaufen - ein weiteres Mal befreit

Ende des Monats standen die UN-Truppen wieder am 38. Breitengrad.

Dort blieben sie stehen. Truman wollte keinen totalen Krieg mit China jenseits der koreanischen Nordgrenze. Auch wollte er Moskau nicht zum Eingreifen reizen. Der Gedanke an einen Waffenstillstand fand mehr und mehr Anhänger.

All dies ging dem General MacArthur gründlich gegen den Strich. Er wollte den Krieg nach China hineintragen

wollte das Reich der Mitte niederbomben, notfalls mit Atomwaffen

wollte überdies Chiang Kai-sheks geschlagene Armee, die sich nach Taiwan zurückgezogen hatte, auf Festlandchina hetzen. Überhaupt hielt er die auf Europa orientierte Politik der Regierung Truman für falsch.

Schon 1944 hatte er erklärt: "Europa ist ein sterbendes System ... Die Anrainerstaaten des Pazifiks jedoch mit ihren Milliarden Menschen werden den Lauf der Geschichte auf die nächsten zehntausend Jahre hin bestimmen."

MacArthurs Stil - flamboyant, hochfahrend, widerborstig - war nicht jedermanns Sache. Ein Hauch von Cäsarismus umwehte den General. Washingtons Weisungen dehnte er, bis die Buchstaben verschwammen. Immer wieder machte er unerbetene - und unbedachte - politische Äußerungen. Immer wieder auch appellierte er über den Kopf der US-Regierung hinweg an die Öffentlichkeit.

Am 20. März 1951 tat er dies ein weiteres Mal. Dem Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Joseph Martin, schrieb er in einem Brief, den der Abgeordnete umgehend verlas: "Wir müssen gewinnen. Es gibt keinen Ersatz für den Sieg." Drei Tage später torpedierte er den mittlerweile von Truman verfolgten Gedanken an eine Friedensinitiative.

Am 10. April ließ der entnervte Präsident das Fallbeil sausen: Er enthob den widerspenstigen General seines Postens. Sein Platz in der Geschichte sei MacArthur als einem der größten Feldherrn sicher, räumte Truman ein. Doch beharrte er auf dem fundamentalen Grundsatz, "dass militärische Führer sich nach der Politik und den Weisungen der verfassungsmäßigen Organe" richten müssen.

Damals studierte ich am Manchester College in North Manchester, Indiana, einer Hochschule der Church of the Brethren. Ich erinnere mich noch genau, wie Studenten und Professoren am 15. April 1951 in die "Chapel" - die Aula - gerufen wurden. MacArthur, tags zuvor in Washington angekommen und von einer halben Million Menschen umjubelt, sprach vor dem Kongress. An der Ostküste gab es schon Fernsehen, wir im "corn-and-Bible-belt" mussten uns mit einer Radioübertragung begnügen. Der General hielt eine grandiose Rechtfertigungsrede, die fünfzigmal von Beifall unterbrochen wurde. Die vielen Halbwahrheiten, die sie enthielt, waren damals nur schwer zu erkennen.

Der Schluss knüpfte an den Refrain des populären Soldatenliedes an, "Old soldiers never die, they just fade away": "Und nun, wie der alte Soldat in der Ballade, beschließe ich meine militärische Laufbahn und werde einfach verblassen, ein alter Soldat, der seine Pflicht getan hat, wie Gott sie ihn sehen ließ. Goodbye." Viele Kommilitonen waren zu Tränen gerührt. Meine Sympathien lagen ganz auf der Seite Trumans, des kleinen Krämers aus Missouri, der es zum Präsidenten gebracht hatte und der nun gegenüber einem großen Feldherrn seines Landes so beherzt und entschieden auf dem Primat der Politik bestand. Ich habe die Lehre zeitlebens nicht vergessen.

Zehn Tage nach MacArthurs Entlassung traten die Chinesen noch einmal zur Offensive an. Menschliche Wellen, angestachelt von Pfeifen, Fanfaren und Gongs, brandeten gegen die UN-Linien, doch nach wenigen Tagen verebbte der Elan der Angreifer. Auch eine weitere Offensive im Mai blieb nach vier Tagen stecken

binnen einer Woche starben 90 000 chinesische Soldaten. Von da an fraß sich der Krieg entlang der alten Trennungslinie fest.

Eiswasser für Eisenhower im Bismarck Hotel

Jetzt kamen wieder die Diplomaten zum Zug. George Kennan, der Sowjetexperte, knüpfte den entscheidenden Kontakt zu Moskaus UN-Botschafter Malik (der im August 1950 wieder in den Sicherheitsrat zurückgekehrt war). Am 8. Juli begannen die Verhandlungen, anfangs in Kaesong, bald in Panmunjom. Bis zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes am 27. Juli 1953 vergingen indes noch über zwei Jahre.

Noch 24 Monate lang wurde in Korea weitergekämpft - ein "Ziehharmonikakrieg" in einem schmalen Geländestreifen. Am Verhandlungstisch verbissen sich die Gegner in Einzelheiten. Vor allem stritten sie über die Frage, ob die Kriegsgefangenen wirklich zurückgeschickt werden sollten (am Ende öffnete Syngman Rhee eigenmächtig die Tore der Lager

25 000 Nordkoreaner blieben im Süden, 75 000 wurden ausgetauscht).

Währenddessen zog die Welt Bilanz. Sie fiel ernüchternd aus. Beide Teile Koreas waren verwüstet. Zweieinhalb Millionen Flüchtlinge aus dem Norden fristeten im Süden eine karge Existenz. Eine Million Südkoreaner waren in den Kriegswirren umgekommen, eine Million Nordkoreaner verschollen. Von den amerikanischen Soldaten fielen 33 629, 103 284 wurden verwundet, 5178 gerieten in Gefangenschaft. Die Verluste des nordkoreanischen Militärs beliefen sich auf eine halbe Million, die der Chinesen lagen doppelt so hoch.

Einen solchen Fleischwolf-Krieg hatte es seit Verdun nicht mehr gegeben.

Insgesamt kamen weit über drei Millionen Menschen um.

Die politischen Auswirkungen waren gravierend. Amerika, das eigentlich Taiwan dem Regime Mao Tse-tungs hatte zusprechen wollen, stellte sich nun hinter Chiang Kai-shek. Im September 1950 beendeten die Westalliierten den Kriegszustand mit Deutschland

von nun an betrieben sie aktiv die Wiederbewaffnung des alten Kriegsgegners und bauten die Nato zu einer schlagkräftigen Militärorganisation aus.

Die Verhandlungen in Panmunjom zogen sich hin, die Kampfhandlungen desgleichen. Die Ungeduld der amerikanischen Öffentlichkeit wuchs. Den Satz, den General Bradley auf einen eventuellen Krieg mit China gemünzt hatte, wurde jetzt auf den Korea-Krieg bezogen: The wrong war, at the wrong place, at the wrong time, and with the wrong enemy. Warum wurde nicht Schluss gemacht?

Es nahten die nächsten Präsidentschaftswahlen. Die Republikaner suchten einen Kandidaten, der den Krieg beenden konnte, ohne dass der Eindruck entstand, Amerika hisse die weiße Fahne. Sie fanden ihn in Dwight D. Eisenhower, dem Architekten des Sieges in Europa - in vieler Hinsicht eine Gegenfigur zu MacArthur. Im Sommer 1952 wurde er beim Parteikonvent in Chicago auf den Schild gehoben.

Mittlerweile studierte ich an der University of Chicago bei Hans J.

Morgenthau das Fach International Relations. Im Sommer 1952 arbeitete ich als bus boy - eine Art Pikkolo, die niedrigste Stufe des Kellners - im Bismarck Hotel der Windy City. Bus boys müssen Tische eindecken, abräumen, Wasser und Kaffee servieren. Ein paar Mal durfte ich General Eisenhower, dem damaligen Nato-Oberkommandierenden, bei politischen Frühstücken im Bismarck Hotel Eiswasser eingießen. In den Gesprächen, die ich dabei mitbekam, ging es vor allem um ein Thema: Korea.

"I shall go to Korea" war die zentrale Wahlkampfbotschaft Eisenhowers.

Jedermann nahm dies für ein Versprechen, den Korea-Konflikt zu beenden. Die Amerikaner, des Krieges müde und seiner hohen Kosten überdrüssig, wählten den Kriegshelden als Friedensbringer. Im Januar leistete Eisenhower seinen Amtseid. Anfang März starb Stalin. Danach kamen die Dinge in Fluss. Am 27.

Juli 1953 wurde in Panmunjom der Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet - übrigens nicht von den Südkoreanern. Die Waffenstillstandslinie war fast identisch mit der Vorkriegsgrenze.

Frieden? Bis heute lässt er auf sich warten. Nirgendwo war der Kalte Krieg kälter als in Korea. Die beiden Landesteile sind noch immer brutal voneinander abgeschottet

gelegentliche Ansätze zu einem entspannteren Miteinander wurden jedes Mal rasch wieder zuschanden.

In der vergangenen Woche erst hat sich der koreanische Horizont aufgehellt: Die beiden ungleichen Kims trafen sich in Pjöngjang. Die Frage ist: Ist dies 1970, das Jahr, in dem sich Willy Brandt und Willi Stoph in Erfurt trafen? Oder schreiben die Koreaner schon 1987, das Jahr, in dem Honecker nach Bonn kam - zwei Jahre vor dem Fall der Mauer?