Campus Europa? Die Universitäten von - sagen wir - Hamburg, Nizza, Krakau, Amsterdam, Barcelona und anderen Städten bilden im Jahr 2005 einen Verbund. Wer in Hamburg studiert, muss für ein paar Semester nach Barcelona oder Amsterdam, nach Krakau oder Nizza; am besten besucht der Hamburger Student zwei dieser ausländischen Hochschulen, und die Semester werden selbstverständlich anerkannt, ohne weitere Formalitäten. Denn die Eurouniversitäten - in der Rechtsform einer Stiftung, eines Vereins oder einer AG - nutzen ihre Autonomie, stimmen ihre Studiengänge ab, mithilfe einer Koordinationsstelle in Luxemburg, der European University Foundation (EUF).

Das ist das Vorhaben von Konrad Schily, der einst die erste private Hochschule im Lande (Witten/Herdecke) gründete, von Meinolf Dierkes, der das Wissenschaftszentrum Berlin groß machte, von Jean-Claude Juncker, dem tatkräftigen luxemburgischen Premier. Sie und ein paar andere - unter ihnen Konservative wie Sozialdemokraten - haben nicht bloß eine Vision, sondern ein genau vorbereitetes, durchgerechnetes Projekt.

Im Herbst will nun Juncker auf einer Konferenz in Luxemburg andere Länder für das Vorhaben gewinnen. Auch Bundeskanzler Schröder sollte bei den Partnern für diese Initiative werben - Europa und Abertausenden junger Europäer eröffnet sie eine große Chance.