Achtung, Achtung, hier sprechen Pongo, Perdita und die 99 Dalmatiner! Alle mal herhören, ihr Pitbull, Bandog, American Staffordshire, Tosa-Inu, Bullmastiff, Bullterrier, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Neapoletano und Rhodesian Ridgeback: Wir fühlen mit euch! Lasst euch, ihr Schrecklichen, nicht unterkriegen. Wir wissen, was einer unserer gemeinsamen Vorfahren, der große Dogo Euripides gesagt hat: Vieles ist schrecklich, aber nichts ist schrecklicher als der Mensch.

Wir, die wir die Welt der Menschen besser kennen als ihr, denn nicht umsonst sind wir dauernd in Kino und Fernsehen, nicht umsonst haben wir uns der Menschen wegen anderthalb Stunden durch Eis und Schnee und Jauche gequält, wir sagen euch: Hunde dieser Welt, schaut auf diese Sendung und lernt, was Menschen sind.

Fürchtet euch also nicht. Was der Mensch kann, können wir auch. Und umgekehrt. Hat nicht Ernst Dackel August, seines Zeichens Prinz von mindestens Hannover, kürzlich vor Zeugen das Bein gehoben, eine Stange Wasser abgestellt und sich, wie er der Weltpresse mitzuteilen geruhte, "erleichtert"? Auch wir sollten erleichtert sein angesichts der Tatsache, dass die Gattung Mensch, die uns nun mit Maulkorb und Todesspritze schändlich bedroht, von ganz den nämlichen Bedürfnissen erfüllt ist wie unsereins.

Wenn sich der Prinz auf den Verfassungsgrundsatz beruft, die Stange des Mannes sei unantastbar, wie umso mehr müssten wir Hunde nicht auf der Freiheit bestehen, den Haufen zu setzen, wo er hingehört? So wie Reich-Ranicki sich die Freiheit des Verrisses und des verbalen Überfalls kraft Art. 5 der menschlichen Verfassung genehmigt, so genehmigen auch wir uns die Freiheit des Bisses. Die Wade des Menschen ist antastbar, ähnlich wie die Würde des animalischen Quartetts.

Wenn also, Freunde und Hunde, der Mensch auch nur ein Hund und der Hund auch nur ein Mensch ist, verlangen wir Gleichheit vor dem Gesetz. Nieder mit dem Maulkorb! Freiheit für alle Schnauzen! Erleichterungsrecht für alle! Der Haufen, den die Welt bedeutet, kann gar nicht groß genug werden. Kopf hoch! gez. Pongo und Perdita unter Anteilnahme von Finis