* Fußnote

Dem Papst ist heiß geworden. Bei 27 Grad Celsius und mindestens 80 Prozent Luftfeuchtigkeit perlt ihm der Schweiß von der Stirn, immer langsamer purzeln die schweizerischen Silben unter dem buschigen Schnauzer hervor, der zum Biologen Werner Rudin gehört. Um uns herum surren die Stechmücken, ziemlich genau 16 000 davon.

Es geht um die quälendste Frage des Sommers: Was hilft gegen Mückenstiche? (Im finnischen Pelkosenniemi gibt es zu diesem Zweck eine Mückenklatschweltmeisterschaft. Gewinner ist, wer binnen fünf Minuten die meisten Moskitos erledigt hat, von Hand ohne Hilfsmittel, aber das ist natürlich auch keine Lösung, eher ein Ausdruck der Verzweiflung.) Oder anders formuliert: Seit der ersten Mondlandung sind 31 Jahre vergangen. Wann, wenn jemals, wird es gelingen, einen hundertprozentigen Schutz gegen Mückenstiche zu entwickeln?

Mückenpapst I: Lässt StudentInnen stechen

Im Gespräch erledigt Rudin, 55, die zahlreichen Angreiferinnen, die aus dem engmaschigen Gazegewebe seiner Käfige entflohen sind, auf die finnische Art: von Hand. Zur Klärung der Fragen, schlägt er dann vor, sollten wir den Mückenzuchtraum doch besser verlassen. Einige Minuten darauf sitzen wir im Hof des alten Gebäudes, und der Mückenpapst erzählt von eingeschmierten Unterarmen, die in 64 000 Kubikzentimeter große Käfige voller hungriger Mücken gehalten werden, jede Stunde zehn Minuten, um zu überprüfen, wie lange das getestete Repellens hält. Die Arme(n) sind studentisch, ein gut bezahlter Job, 21 Franken die Stunde.

Für die Hersteller der Präparate geht es um richtiges Geld, die Garantiemarke des Institutes gilt als verkaufsfördernd, und die wird nur dann verliehen, wenn das Mittel zwei Personen über mindestens vier Stunden vor den Stichen zweier verschiedener Stechmückenarten schützt. Gleichzeitig muss die so genannte Fernhaltewirkung so groß sein, dass sich im selben Zeitraum nicht mehr als zehn Plagegeister pro zehn Minuten auf der behandelten Hautfläche überhaupt nur absetzen.

Das Wundermittel. Ist es bei den bisherigen Tests dabei gewesen? Rudin geht in sein Arbeitszimmer, an dessen Tür ein gelbes Schild mit der Silhouette einer Mücke und der Warnung Mosquitoes Crossing klebt. Der Ordner, mit dem er zurückkommt, enthält Ergebnisse, die nicht gerade auf den Durchbruch in der Mückenschutzmittelszene hoffen lassen. Am verlässlichsten wirken in der Regel Produkte, die auf einer bereits vor gut einem halben Jahrhundert entwickelten chemischen Verbindung basieren: Diethyltoluamid, kurz DEET.