Der Welt am Sonntag ist mal wieder ein Kunststück geglückt: Eine Doppelseite über die deutsche Bewerbung um die Austragung der Fußballweltmeisterschaft 2006 zu drucken, ohne ein einziges Mal den Namen Leo Kirch zu erwähnen. Sollte sich der Weltfußballverband Fifa am heutigen Donnerstag tatsächlich für Deutschland entscheiden, sind die Milliardensummen, die der Münchner Medienunternehmer (und Co-Verleger der Welt am Sonntag) in die Übertragungsrechte investiert hat, der wohl wichtigste Grund. Kirchs Interesse ist offensichtlich: Da das Austragungsland automatisch am Turnier teilnimmt, könnte der schuldengeplagte Kirch somit auch nach dem schlechten Abschneiden des deutschen Teams bei der EM sicher von seiner Teilnahme ausgehen. Das wiederum ist die Voraussetzung, um die Rechte möglichst teuer an deutsche TV-Sender zu verkaufen.

Bereits Anfang der neunziger Jahre wollte der Verlag Gruner + Jahr ein wöchentliches Wirtschaftsmagazin auf den Markt bringen. Doch das damals von Werner Funk entwickelte Magazin Fact kam nie an die Kioske. Der Spiegel-Verlag fürchtete Konkurrenz für sein Manager Magazin und legte ein vertraglich zugesichertes Veto ein. Für einen neuen Anlauf hat Gerd Schulte-Hillen nun den Spiegel von Beginn an einbezogen. Gemeinsam verhandeln die beiden Häuser mit dem New Yorker Verlag McGraw-Hill über eine deutsche Ausgabe der Business Week, die weltweit immerhin in einer Auflage von über einer Million Exemplaren erscheint. Für den Spiegel nimmt Wirtschaftsressortleiter Gabor Steingart an den Gesprächen teil; ihm werden daher auch gute Aussichten auf den Chefredakteurssessel zugesprochen.