In der vergangenen Woche zog die Rocksängerin Tina Turner ihre Drohung zurück, einen Song gegen das holländische Internet-Unternehmen World Online zu texten und zu singen. Turner hatte World-Online-Aktien im Wert von 250 000 Euro erworben, deren Wert dann rapide fiel. Nach einer Meldung der niederländischen Zeitung De Telegraaf wollte die Popdiva mit der Drohung ihre Forderung durchsetzen, für entstandene Kursverluste entschädigt zu werden. Da Tina nicht singt, schloss der Telegraaf, müsse sie entschädigt worden sein. Das aber wird von World Online heftig dementiert. Vernetzte Rockfans warten unverdrossen auf einen Kracher wie We don't need another ISP.

Unter der aufklärerischen Parole "Geben Sie Linkfreiheit, Frau Herta!" fand am Donnerstag, dem 29. Juni, zwischen 21.15 und 22.00 Uhr die erste deutsche Online-Demo statt. Mit einer virtuellen Sitzblockade sollte der Web-Server von Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin lahm gelegt werden, um auf die rechtlich ungeklärte Situation bei Hyperlinks aufmerksam zu machen. Als Demonstrant zählte, wer sich per Mausklick in das so genannte Logfile des Servers von www. online-demonstration.org eintragen ließ. Solch ein Logfile speichert alle Vorkommnisse auf einem Server. Hätten Tausende, gar Zehntausende von Demonstranten bei der Aktion mitgemacht, wäre der Server wirklich ins Schwitzen gekommen. Tatsächlich ließen sich aus der segmentierten Öffentlichkeit des Netzes indes nur 74 Protestler blicken.