Der Maulwurf kann ab dem 8. Juli auf Pro7 gejagt werden. Die aufwendige Spielshow ist eine Erfindung des belgischen Fernsehens und gewann in diesem Jahr die Goldene Rose von Montreux. Das Prinzip ist simpel: Unter zehn sympathischen Kandidaten, die schwierige Aufgaben in Südfrankreich bewältigen müssen, befindet sich ein Saboteur. Seine Identität ist streng geheim. Wem traut man solch ein Doppelleben zu?

DIE ZEIT: Wie kommt man als klinischer Psychologe dazu, für eine Fernsehshow zu arbeiten?

ZEIT: Wann wurde denn der Maulwurf in diese Gruppe geschmuggelt? Oder war das ein Kandidat, dem sie auf einmal mitgeteilt haben, du bist's?

NIEWISCH: Nein, den hatten wir vorher schon ausgewählt. Wir haben uns verschiedene Personen angeschaut und den Maulwurf dann entsprechend instruiert und trainiert. Der musste ja über eine Drehzeit von 18 Tagen hinweg Dinge tun, die wir nicht unbedingt mit ihm absprechen konnten. Er musste wissen, wann und an welcher Stelle er wieder zuschlagen sollte. Und er musste natürlich psychisch sehr stabil sein. Beim belgischen Format war der Maulwurf sehr am Wackeln. Dort war es über Wochen so, dass der Maulwurf knapp davor war, aufzugeben. Dann mussten wir ihn auch noch integrieren, und zwar so, dass keiner wusste, wer es ist, also auch kein Kameramann. Es war sehr sorgsam darauf zu achten, dass der Maulwurf zwischen den anderen Kandidaten völlig normal gecastet wird.

ZEIT: Was haben sich überhaupt für Leute beworben?

NIEWISCH: Wir haben insgesamt 300 Bewerbungen bekommen. Wir haben versucht, eine gewisse lokale Verteilung zu erreichen, verschiedene Gesichter zu haben, altersspezifische Unterschiede zu berücksichtigen in der Spanne zwischen 22 und 55. Wir wollten individuelle Biografien und Gesichter, keine Spinner oder Schnacker, keine Söldnertypen.

ZEIT: Gab's von denen viele?