Winnacker: Nochmals: Ich bin kein Unternehmer. Ich sitze im Aufsichtsrat, aber ich bin kein Geschäftsführer. Das hielte ich absolut für unvereinbar.

Auf solche Entscheidungen, wie Sie hier suggerieren, hätte ich doch nicht den geringsten Einfluss. Wichtig finde ich es allerdings, für einen fairen Ausgleich zu sorgen. Ich versuche zur Zeit, viele Bio-Tech-Gründer in München zu bewegen, Anteile an die Universität zurückzuübertragen, aus der das Wissen ursprünglich gekommen ist. Ich finde, das gehört sich, um auf diese Weise auch die Universität an eventuellen Erfolgen zu beteiligen.

zeit: Aber gerade das führt zum Druck auf die Forscher, wie Beispiele aus den USA zeigen.

Winnacker: Von amerikanischen Verhältnissen sind wir noch sehr weit entfernt - trotz der euphorischen Nachrichten, dass es aufwärts geht. Wir müssen in Deutschland aufpassen, dass wir das Pendel nicht zu früh bremsen.

zeit: Die Amerikaner fangen ja nun schon an, selbst zu bremsen. Müssen wir erst dieselben Fehler machen, aus denen andere schon lernen?

Winnacker: Nein, die sollten wir nicht machen. Wir sollten Beschränkungen einführen und, wo nötig beispielsweise dafür sorgen, dass Professoren nicht direkt Unternehmer sind, da stimme ich Ihnen völlig zu. Aber wir sollten es nicht übertreiben. Denn es ist für junge Forscher bei uns schwierig genug.

Das zarte Pflänzchen der Gen- und Biotechnik ist noch arg dünn, wir müssen aufpassen, dass wir es nicht zu früh mit allzu großer Regelungswut ersticken.