Nach zwei Jahren Schweigens zum Krieg am Horn endlich ein Bericht - aber wozu diese Entgleisung gegenüber Eritrea? Woher diese Sichtweise? Wer Assab und Massawa als Äthiopiens Zugänge zum Roten Meer bezeichnet, verschweigt, dass beide zu Eritrea gehören. Wer glaubt, Eritrea sei ursprünglich äthiopisches Land gewesen, "aus dem äthiopischen Kaiserreich herausgehandelt", hat von der Geschichte keine Ahnung. Frau Stelzenmüller übersieht gänzlich, dass auf diesen Krieg in Äthiopien gezielt hingearbeitet worden ist - zum Beispiel durch 1997 in Tigray gedruckte neue Landkarten, die den bis dahin nahezu 100 Jahre gültigen Grenzverlauf zu Äthiopiens Gunsten "korrigierten", und durch massives Aufrüsten mit russischem Kredit und russischem modernen Kriegsmaterial, russischen Beratern und Ausbildern.

Wenn eine der beiden Seiten den Krieg braucht wegen innenpolitischer Probleme, dann Äthiopien

siehe die nicht eingelösten Zusagen für mehr Eigenständigkeit an die Provinzen

siehe die wirtschaftlichen Schwierigkeiten

siehe die allzu vielen politischen Gefangenen in äthiopischen Gefängnissen - darunter die weltweit größte Anzahl von Journalisten.

In Äthiopien ist privater TV-Empfang verboten

in Eritreas Städten ragt auf fast jedem Dach eine Antenne. Der Artikel und die Bildunterschriften stellen die Tatsachen auf den Kopf.