Umberto Eco: Mein verrücktes Italien. Verstreute Notizen aus vierzig Jahren aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber Wagenbach, Berlin 2000 121 S., 15,80 DM Ob Gott mit Adam Hebräisch sprach? Das weiß selbst Professore Eco nicht immerhin wagt er es, in diesem Punkt Nichtwissen einzugestehen. Andererseits scheint ihm plausibel, dass man einer issa oder, in vulgärem Latein, einer Virago, einem solchen Mannweib wie Eva, "einer so gedankenlosen Person, die, kaum dass man ihr Ausgang gibt, Arm in Arm mit dem Fürsten der Finsternis loszieht", keinesfalls das Austeilen der Sakramente überlassen darf - so denkt der Papst, interpretiert Eco. In L'Espresso sind die meisten dieser von Klaus Wagenbach ausgewählten Anfälle der linguistisch, komparatistisch und alltagswissenschaftlich gebildeten Dampfplaudertasche Eco erschienen. Eco hat zu allem in Italien, also der Welt, eine Meinung. Fußball hält er für gesundheitsschädlicher als Sex, die Industrie für theologisch abgeklärter als die Kirche, Fred Astaire für ehrlicher als jeden Politiker. Italien? Kommt Umberto wie ein Mississippidampfer vor.

Mit Marie Luise Kaschnitz durch Rom. Fotografien von Mario Clementi Insel Taschenbuch, Frankfurt am Main 2000 196 S., 16,80 DM Als "halbe Römerin" galt sie Hermann Kesten. Von 1926 bis 1932 und von 1953 bis 1956 lebte Marie Luise Kaschnitz mit ihrem Mann, der Archäologe war, in Rom, und auch nach ihrer Umsiedlung nach Frankfurt suchte sie immer wieder die Heilige Stadt auf. Die hier versammelten Prosastücke und Gedichte sind ins Innere übertragene Bilder einer sich ewig wandelnden Stadtlandschaft, gezeichnet mit dem Silberstift bürgerlicher Gefühlsbildung. Ohne Hochmut verteidigt sie das "Recht der Massen", die Sixtinische Kapelle zu besichtigen, weil es ihr anders widerfuhr: "Königlich, Rom, hast du mich immer empfangen ..." Stärker als an anderen Orten fühlte sie das Leben vom Tod umfangen, weshalb sie stets, wie zur Selbstermutigung, die Gegenwärtigkeit der Stadt herausstrich.