die zeit: Sie sind diplomierte Kulturwirtin. Was muss man sich darunter vorstellen?

Karina Engel: Das Studium in Passau setzt sich aus drei Teilen zusammen: aus Wirtschaftswissenschaften, mindestens zwei Sprachen und den Kulturraumstudien. Dabei spezialisiert man sich auf einen bestimmten Kulturkreis, etwa auf den angloamerikanischen oder den südostasiatischen. Ich hatte mich für den iberoromanischen entschieden, dazu gehören Spanien, Portugal und Lateinamerika. Jeder studiert dann Geschichte, Geografie, Politik und Literatur der betreffenden Region. Pflicht ist außerdem ein dreimonatiges Praktikum im Ausland. Ich war am Goethe-Institut in Kolumbien und bei Siemens in Portugal.

zeit: Und wo arbeiten Sie jetzt?

Engel: Bei der Flughafen Frankfurt/Main AG in der strategischen Entwicklung im Bereich Boden-Verkehrsdienste. Wir machen die Flugzeugabfertigung, organisieren also das Be- und Entladen von Gepäck und den Check-in. Zurzeit helfen wir einem portugiesischen Flughafenbetreiber beim Aufbau einer Abfertigungsgesellschaft. Ich profitiere hierbei natürlich davon, dass ich bereits als Studentin in Portugal war.

zeit: Ist Ihr Job typisch für einen Kulturwirt?

Engel: Das Berufsfeld ist weit gefasst. Wenn man in den networker's guide schaut, den Adressenführer unseres Netzwerkes, zeigt sich, dass Kulturwirte fast überall unterkommen. Auch in großen Unternehmen wie Siemens, Microsoft oder bei der Deutschen Bank. Sie machen Öffentlichkeitsarbeit, sitzen in Exportabteilungen oder arbeiten im Marketingbereich.

zeit: Was ist das für ein Netzwerk?