Ronny ist nicht rechts. Sagt er. Ronny hat nur etwas gegen Ausländer.

"Türken stinken", sagt er. Ronny ist 15. Er lebt in einem Dorf nahe Leipzig.

Fremdenfeindlich zu sein, meint er, ist normal.

Jennifer, 14, ist sicher, dass "die Ausländer auf unsere Kosten leben". Sie wohnt in einem Städtchen in Ostsachsen. Ihre Mutter arbeitet im Supermarkt.

Und da, berichtet Jennifer, klauten "die Ausländer", das erhöhe die Preise, und "die Deutschen" müssten am Ende draufzahlen. Die Mitschüler ihrer 8.

Klasse stimmen Jennifer zu. Auch bei der Frage, ob Deutschland von Fremden überschwemmt werde, heben die meisten ihre Hand.

Ronny und Jennifer sind ganz gewöhnliche Jugendliche. Ronny trägt keine Springerstiefel, sondern Turnschuhe. Jennifer hat keine Skingirl-Frisur, sondern schöne, lange Haare. In ihren Köpfen haben sich trotzdem rechte Vorurteile festgesetzt. Als in ihren Schulen Leute vom Dresdner Projekt "Für Demokratie Courage zeigen" auftauchen und über Rassismus reden, sind sie verblüfft. Anscheinend hat ihnen noch nie jemand widersprochen. Schon mit simpelsten Argumenten können die Referenten die Schüler ins Schleudern bringen.