die zeit: Sie sind Vizepräsidentin der Bundeswehruniversität München und lehren Deutsche und Europäische Geschichte. Noch studiert hier keine Frau.

Fühlen Sie sich als Exotin?

Merith Niehuss: In meiner Fakultät sind von 20 Professoren immerhin schon 3 Frauen. Aber es könnten gerne noch mehr werden. Bei den Studenten bin ich anfangs auf Skepsis gestoßen - jedoch nicht, weil ich eine Frau bin, sondern wegen eines meiner Forschungsgebiete, der Frauen- und Geschlechtergeschichte des 20. Jahrhunderts.

zeit: Wie vermitteln Sie den Studenten das Thema?

Niehuss: Geschlechterfragen bringe ich in meinen Lehrveranstaltungen nie direkt an den Mann, sie tauchen aber am Rande auf. Wenn wir über die Weimarer Republik reden, dann diskutieren wir auch über die Diskriminierung von Frauen oder über Abtreibung, Themen, die immer wichtiger werden.

zeit: Die Bundeswehr soll kleiner werden. Sehen Sie die Zukunft Ihrer Universität gefährdet?

Niehuss: Wir haben uns die Reformpläne genau angesehen und bleiben gelassen.