Junge Disziplin in der Informatik, die entwickelt wurde, um die enormen Datenmengen der Genomentschlüsselung zu verarbeiten. Die gesamte Erbinformation des Menschen - rund drei Milliarden DNS-Bausteine - würde alle Ausgaben der ZEIT seit 1985 füllen. Bioinformatik-Programme sollen Eigenschaften und Verhalten von Biomolekülen analysieren und ihre Interaktionen vorhersagen.

Die physikalischen Träger der Erbinformation im Zellkern. Das menschliche Erbgut ist bei Frauen auf 23, bei Männern auf 24 Chromosomen verteilt.

Chromosomen bestehen aus einem einzigen langen DNS-Molekül, das, vielfach aufgeknäuelt wie ein Telefonspiralkabel, in Eiweißmoleküle verpackt ist.

Die Erbinformationen sind in dem DNS-Molekül gespeichert. Das Molekül setzt sich aus vielfachen Kombinationen von vier unterschiedlichen Bausteinen zusammen, die perlschnurartig hintereinander aufgereiht sind. In der Abfolge dieser vier Bausteine - Adenosin, Thymidin, Guanosin und Cytidin - ist die genetische Information kodiert.

Als ein Gen wird ein DNS-Abschnitt bezeichnet, in dem die Bauanleitung für ein einziges Protein verschlüsselt ist. Doch nur rund drei Prozent der gesamten DNS tragen interessante Informationen. Diese Abschnitte werden von nichtkodierenden DNS-Stücken unterbrochen.

Neueste Analyse- und Diagnosetechnologie. Auf den Chips werden Tausende von kurzen DNS-Schnipseln verankert. Wenn Blut auf den Chip geträufelt wird, lassen sich Genfehler und auch Gene von Krankheitserregern nachweisen.

Diese neue Disziplin der Genforschung, in der sich die Industrie besonders stark engagiert, zielt darauf ab, zunächst die Gesamtheit aller Erbanlagen - das Genom - zu erfassen. Im zweiten Schritt sollen dann auch die Funktionen und das zeitliche Zusammenspiel sämtlicher Gene in einem Organismus aufgeklärt werden.