In Deutschland gibt es zu wenig Unternehmer! - Diese Aussage hört man in der wirtschaftspolitischen Diskussion immer wieder. Bisweilen wird sogar die These aufgestellt, das Beschäftigungsproblem ließe sich durch einen Anstieg der Selbstständigenquote lösen. Wie aber ist es wirklich um die Zahl der Unternehmen in Deutschland bestellt? Gilt die einfache Gleichung: "Mehr Unternehmen = mehr Arbeitsplätze"?

Eine Statistik, aus der man unzweifelhaft die Zahl der Unternehmen in Deutschland ablesen könnte, existiert nicht. Als guter Indikator gilt aber die Zahl der Selbstständigen außerhalb der Landwirtschaft. Dafür liegen verlässliche Zahlen vor. Demnach belief sich die Selbstständigenquote in Deutschland nach den neuesten Zahlen der OECD auf 8,8 Prozent (Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen).

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit im unteren Mittelfeld.

Im Land des Spitzenreiters beträgt die Selbstständigenquote 27,5 Prozent.

Allerdings ist dieser Spitzenreiter Griechenland - und das zeigt, dass eine besonders hohe Selbstständigenquote eher mit einem niedrigen wirtschaftlichen Entwicklungsgrad und insbesondere mit einem unzureichenden Industrialisierungsgrad einhergeht.

In Großbritannien dagegen ist die Selbstständigenquote mit 11,7 Prozent nur wenig höher als hierzulande, ebenso in Holland und Schweden

in Dänemark, Frankreich und Österreich liegen die Zahlen etwas unter dem deutschen Wert.