Da ich nur in den Theaterferien verreisen kann und unbedingt nach Ägypten wollte, bin ich im August gefahren. Es war brüllend heiß, und es stank überall. Das hätte ich ja noch ertragen, wären da nicht die Billigtouristen gewesen, die in Massen die (in der Nebensaison preiswerten) guten Hotels bevölkerten und das Personal schikanierten. Aus dem Winter Palace in Luxor zum Beispiel bin ich geflüchtet, weil ich diese Herrenmenschen, vornehmlich aus der Berliner Alternativszene, die da auf Millionär machten, nicht mehr ertragen konnte.

MARINA WANDRUSZKA Schauspielerin am Thalia-Theater, Hamburg

Wenn man mit einem marokkanischen Linienbus über Land reist, kann es passieren, dass der Fahrer abends ohne Licht über kurvenreiche Bergstraßen fährt und sich dabei so in die Kurven legt, dass Reifen platzen oder andere Busteile abfallen. Eine einzige Angstpartie.

ANNE JACOBI Rechtsamtsleiterin, Bad Oldesloe

Ich kann mich nicht entscheiden, ob man wirklich auf einen Besuch der Alhambra, dieses Kleinods muselmanischer Baukunst auf europäischem Boden, verzichten sollte. Aber ein Besuch bedeutet, dass man um sechs Uhr aus den Federn muss, um sich drei Stunden für eine Eintrittskarte anzustellen. Im Erfolgsfall hat man Gelegenheit, eine halbe Stunde lang in Begleitung von 352 Touristen einer Reisegruppe aus Osaka den Sultanspalast zu durchstreifen.

Andererseits ist es ein Akt angewandter Völkerverständigung, wenn man die Eheleute Ikasawa vor dem Löwenbrunnen ablichtet.

ULF PANZER Richter, Hamburg