Nikolaus Hansen, seit gut vier Jahren Rowohlt-Chef, verlässt den Verlag, während Peter Wilfert, der ihm im Herbst an die Seite gestellt worden war, nun alleiniger Programmchef wird. Überraschen tut das niemanden, auch wenn es manchen traurig stimmt, weil Hansen ein charmanter und gebildeter Mann ist.

Aber er hatte zu viel Pech, was auch daran lag, dass er zu viele Fehler machte und mit den falschen Büchern partout Erfolg erzielen wollte. Wäre es ihm gelungen, Juhnkes Notate, Karaseks Indiskretionen und Schalck-Golodkowskis Memoiren im Verlag Sartres und Rühmkorfs, Nabokovs und Tucholskys zu ertragreichen Bestsellern zu machen - vielleicht hätte man ihm den Missgriff verziehen. Mit schlechten Büchern Geld zu verlieren konnte auf die Dauer nicht gut gehen. So hatte er keinen glanzvollen Abgang, und das ist schade. Aber wie sagt der Dichter: Der Chefs sind nun genug gewechselt, so lasst uns endlich Bücher sehen.

Grn.