die zeit: Als eine der Ersten in Deutschland bietet die Universität Bamberg ab dem Wintersemester einen volkswirtschaftlichen Studiengang mit den Abschlüssen Bachelor und Master an. Wenn Sie die Wahl hätten, würden Sie heute noch auf Diplom studieren?

Heinz-Dieter Wenzel: Ich würde das neue Bamberger Modell - European Economic Studies - dem traditionellen Diplomstudiengang vorziehen. Es ist eine moderne, auf den späteren Beruf ausgerichtete VWL-Ausbildung, deren Abschlüsse international anerkannt sind.

zeit: Was genau ist anders als beim herkömmlichen Diplomstudium?

Wenzel: Beim dreijährigen Bachelor-Programm fällt das gemeinsame Grundstudium mit den Betriebswirten weg. Das macht die Sache straffer, weil man sich auf volkswirtschaftliche Inhalte beschränkt. In den ersten beiden Jahren müssen die Studenten außerdem zwei Fremdsprachen lernen. Das dritte Jahr verbringen sie dann an einer ausländischen Partneruniversität. Wer danach den Masterabschluss anstrebt, kann sich weitere zwei Jahre lang seine Lehrinhalte individuell zusammenstellen - auch die Veranstaltungen aus anderen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Dafür haben wir ein spezielles Modell entworfen, das statt traditioneller Wahlfächer wie etwa Finanzwissenschaft so genannte Fächerkörbe vorsieht, die interdisziplinär zusammengesetzt sind. Im Fächerkorb Staat und Wirtschaft etwa kann der Student neben Veranstaltungen zur Finanzwirtschaft auch solche zum Steuerrecht oder zur europäischen Politik belegen. Er selbst setzt die Schwerpunkte.

zeit: Ein Bachelor startet sehr schnell ins Berufsleben - als Schmalspurökonom?

Wenzel: Ein Bachelor ersetzt nicht den Master. Aber er vereint hohe VWL- und Sprachkompetenz mit einer kurzen Studiendauer. Viele Studenten wollen einfach einen schnellen Abschluss - der Arbeitsmarkt in vielen Fällen übrigens auch.

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