Die neueste Bäckerei, die in SoHo aufgemacht hat, ist Le Pain Quotidien an der Grand Street. Die älteste ist die Vesuvio Bakery an der Prince Street.

Ihr Äußeres kommt in Dutzenden von Filmen über New York vor, figuriert auf Postkarten und als Hintergrund von Modeaufnahmen.

Das Vesuvio war früher die einzige Bäckerei in der Gegend. Aber mit einem Mal wimmelt es geradezu von Bäckereien. Manche New Yorker Spitzenlokale - das Balthazar, das Blue Ribbon und Bouley - haben eigene Bäckereien eröffnet. Ich weiß nicht, warum Brot so schick geworden ist. Aber der Geruch dieser zahllosen Bäckereien treibt mich in den Wahnsinn. Ich kann mich keine zwei Häuserblocks von meiner Wohnung entfernen, ohne vom Brotaroma überwältigt zu werden. Manchmal denke ich, dass sie die Backaromen und -düfte direkt vom Ofen auf die Straße blasen. Um unsereins in den Laden zu locken.

Gerüche können so verführerisch sein! Sie können einen in andere Zeiten und an andere Orte versetzen. Der Geruch neuen Pappkartons versetzt mich unweigerlich in meine Kindheit zurück. Ein paar Häuser von unserem Zuhause in Melbourne entfernt, wo wir uns als Flüchtlinge niedergelassen hatten, gab es eine Kartonagenfabrik.

Ich liebte den Geruch der Pappe. Endlose Stunden verbrachte ich damit, zuzusehen, wie die Pappe geschnitten und gestapelt wurde. Es war eine Zuflucht vor schwierigeren Aspekten meiner Kindheit.

Ich war begierig auf Pappstücke. Noch heute bin ich auf Pappe fixiert. Das heißt, Papier und Kartonagen jeder Art erscheinen mir als ausgesprochen begehrenswert. In altmodischen Schreibwarengeschäften macht mich der Geruch von Papier und Tinte lächerlich glücklich.

Gerüche sind ein äußerst idiosynkratischer und subjektiver Sinneseindruck.