Man wird den Eindruck nicht los, dass die ganze ZEIT (außer Fritz Vorholz) die Grünen am liebsten "entsorgen" möchten, und mit ihnen ihre ökologischen Werte und Ziele, um endlich frei zu sein für die "Leben"-Gesellschaft, die dem Spaß und dem Konsum huldigt, sich um das langfristige Wohlergehen von Mutter Gaia im Grunde aber einen Dreck schert.

Jürgen Törber, Essen

Deutschland ist in einer prekären Situation der Ideenlosigkeit. Die kaum besuchte Expo ist ein auch für das Ausland gut sichtbares Symbol dafür. Was fällt Schröder dazu ein? "Die anderen verdienen ihr Geld mit Informationstechnologie, also brauchen wir das auch. Können wir nicht? Holen wir halt Gastarbeiter." Großartig. Dabei sind die Deutschen berühmt, und zwar für ihre Ingenieure. Buchsteiner hat Recht, der Atomausstieg kommt sowieso, denn Kernkraft ist viel zu teuer. Es ist sogar klar, was danach kommen wird: erneuerbare Energien. Nicht aus ideologischen, sondern aus Kostengründen. Die Konzerne bereiten sich darauf vor, aber die Politiker, vor allem die der Grünen, kümmern sich nicht darum.

Noch ist dieser Weltmarkt kaum besetzt, und Deutschland hätte allerbeste Startbedingungen für dieses neue Zeitalter. "Wir hören auf mit der Atomkraft, denn wir haben etwas Besseres", ist die Botschaft, die von der Politik gerade in Zeiten der Globalisierung gesendet werden muss. Erneuerbare Energien sind ortsfest und also relativ globalisierungsunempfindlich, sie können in der Wartung von Anlagen Arbeitsplätze an Ort und Stelle schaffen, sie tragen ein enormes Entwicklungspotenzial. Es hieße, der Volkswirtschaft in großem Stile Nutzen zu bringen, wenn die Politiker endlich ihre Art von "Wirtschaftsfreundlichkeit" vergäßen und aufhörten, einfach abzuwarten.

Sebastian Trapp, Bremen

Als ich nach dem Wintersemester 1968/69 aus der französischen Schweiz zum weiteren Jurastudium nach Münster umgezogen bin und die Ereignisse des Sommers 1968 aus dem französischen Fernsehen noch in frischer Erinnerung hatte, kam mir eine große Apo-Demonstration gegen Kiesinger auf dem Prinzipalmarkt fürchterlich stillos vor. Viel Wut, aber wenig Feuer. Das, so schien mir und anderen, das war nicht unser Stil. So wollten wir es nicht.

Also blieben wir konservativ. Wir waren aber kleine Jahrgänge. Wir fielen nicht auf.