Ausgerechnet Kriminelle wünschen sich, dass Feuerwaffen weniger leicht verfügbar wären. Zumindest behauptet das ein Großteil derjenigen Insassen im Stadtgefängnis von Washington D. C., die in den letzten fünf Jahren Opfer einer Schießerei geworden waren. In einer Studie des Mediziners David Hemenway von der Harvard University in Boston sollten erstmals die Umstände beleuchtet werden, unter denen Verbrecher selbst zu Opfern wurden. Dabei stellte sich heraus, dass es nicht mehrheitlich gesetzestreue Bürger oder Polizisten waren, die die Kriminellen bei Schießereien verletzten, sondern hauptsächlich deren "Kollegen". Der Wunsch nach weniger Waffen ist durchaus nachvollziehbar: 46 Prozent der Befragten haben bereits einen nahen Verwandten bei einer Schießerei verloren, und 40 Prozent waren infolge der Schussverletzungen immer noch behindert (Medscape General Medicine, 28 Juni 2000).

Örtlich betäubt Erstmals unterzog sich ein Patient einer Bypass-Operation nur bei örtlicher Betäubung des Brustraums. Der 51-jährige Patient unterhielt sich sogar mit den behandelnden Ärzten vom University of Pittsburgh Medical Center. Der Vorteil des Verfahrens ist, dass der bei Vollnarkose nötige Aufenthalt in der Intensivstation entfällt. Die Bypass-Operation am schlagenden Herzen, die mit kleineren Einschnitten und kürzerem Krankenhausaufenthalt auskommt, könnte dann vielleicht einmal ambulant ausgeführt werden.

Einsamer Experte Die katastrophale Überschwemmung in Mosambik hat alle Wetterforscher überrascht. Nur Mark Jury nicht: Schon im letzten September warnte der südafrikanische Klimaexperte vor einem "nassen, sehr nassen" Jahresbeginn 2000. Noch im Januar rechneten die Meteorologen mit leicht überdurchschnittlichen Niederschlägen, Jury prophezeite 75 Prozent mehr Regen im Einzugsgebiet des Limpopo. Kurz darauf setzte der Fluss weite Landstriche unter Wasser. Jetzt soll der Wissenschaftler von der Universität von Zululand sein Klimamodell bei einer Konferenz in Southampton vorstellen. Die Klimaforscher sind gespannt: Ihre Rechenmodelle benötigen leistungsstarke Supercomputer, Jurys läuft auf einem PC.

Schön sterblich Schönheit ist selten von Nachteil, es sei denn, man ist ein Guppy. Zwar bevorzugen Weibchen der Gattung Poecilia reticulata Männchen mit reicheren Verzierungen, allerdings ohne Vorteil für ihren Nachwuchs: Zusammen mit der Attraktivität des Vaters übertragen sich anscheinend auch schädliche genetische Mutationen. Das hat der australische Biologe Robert Brooks nachgewiesen, indem er den Zusammenhang zwischen Attraktivität der Männchen und der Sterblichkeit seiner Nachkommen untersuchte (Nature, Bd. 406, S. 67).

Danach erreichen umso weniger der männlichen Jungtiere die Reife, je attraktiver der Vater auf Weibchen wirkte. Brooks vermutet, dass die schädlichen Genvarianten eng mit den Genen für die Farbmusterung der Guppys verbunden sind.