In Coventry hat dieser Tage ein Straßenräuber einen Passanten am hellichten Tage mit einem Toaster bedroht. Das Opfer war so verdutzt, dass es auf der Stelle umgerechnet 36 Mark in bar sowie ein goldenes Halskettchen herausrückte. Man nennt so etwas eine Überraschungsstrategie. Einstweilen wissen wir nicht, womit Rudi Völler bedroht worden ist, bei jenem historischen Treffen des DFB am vergangenen Wochenende zu Köln. Das Opfer steht jedenfalls noch unter Schock. Völler: "Wir haben verschiedene Möglichkeiten diskutiert, und plötzlich haben alle mich angesehen." Tante Käthe, wie der neue Teamchef in Fachkreisen genannt wird, steht vor keiner beneidenswerten Aufgabe. Lauert doch am Horizont der WM-Qualifikation schon wieder der Angstgegner Albanien.

Wir kennen Rudi Völler als begnadeten Rumpelfußballer und ehrliche Haut. "Was meine Frisur betrifft, da bin ich Realist", hat er bereits vor Jahren erkannt. Möge ihm jetzt auch jenes Quäntchen Glück hold sein, welches die Fußballgöttin Fortuna nur denen zuteilt, die reinen Herzens an die Arbeit gehen. Man dürfe über ihn nicht endgültig das Knie brechen, befand der Stürmer Völler einst über den Torwart Schumacher. Es ist dieser Geist, den der deutsche Fußball in seiner schwärzesten Stunde braucht. Jörg Albrecht