die zeit: Herr Gentz, von den fünf Milliarden Mark, die die deutsche Wirtschaft für die Entschädigung von Zwangarbeitern zugesagt hat, fehlen immer noch fast zwei Milliarden Mark. Wie setzen Sie zahlungsunwillige Unternehmen unter Druck?

Manfred Gentz: Wir haben immer betont: Das ist eine freiwillige Aktion der Wirtschaft. Wir müssen die Firmen, die noch nicht der Stiftungsinitiative beigetreten sind, individuell ansprechen und zu überzeugen versuchen.

zeit: Dann müssen Sie noch fast 2000 Unternehmen überzeugen - unterstellt, dass jedes Unternehmen eine Million Mark zahlt.

Gentz: Ein solcher Beitrag setzt in der Regel einen Unternehmensumsatz von einer Milliarde Mark voraus. Inzwischen sind die Zusagen meist niedriger, aber auch 600 000 oder 700 000 Mark sind sehr viel Geld. Wir müssen jetzt sehr viel mehr in die Breite gehen.

zeit: Umso schwieriger wird es, das Ziel zu erreichen.

Gentz: Die Industrie- und Handelskammern haben alle Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern angeschrieben und sie gebeten beizutreten. Außerdem führen wir, die 16 Gründungsunternehmen und das Büro der Initiative in Berlin, unendlich viele Gespräche. Die Resonanz zeigt: Das Thema ist nicht beliebt.

Viele versuchen, einfach abzutauchen.