Kommt ein Mann zum Fischer und deutet auf einen weißen Fisch: Ist der auch alt und schon angegammelt?

Nein, antwortet ihm der Fischer, der ist frisch gefangen wie alle anderen!

Da wendet sich der Mann zum Gehen und sagt enttäuscht: Dann muss ich es eben woanders versuchen.

Der Fisch heißt Omul und stammt wie der enttäuschte Kunde aus Sibirien, genauer: vom Baikalsee. Das Witzchen fand ich in der International Herald Tribune, die eine halbe Seite dem Omul und den Essgewohnheiten der Sibirier widmete. Am liebsten mögen sie ihn heiß geräuchert und essen ihn mit Schuppen und allen Innereien, erfahre ich. Am gebirgigen Ostufer des Baikalsees hingegen ...

Das ist der vorläufige Höhepunkt der Ethnowelle im Bereich der Küchenmythen.

Wie die Hopiindianer ihren Brei rührten, ist seit Jahren dokumentiert, und die Küche der Römer wurde gründlicher untersucht als unsere eigene Geschichte der letzten 100 Jahre. Wahrscheinlich wird ein Buch über die Essgewohnheiten der Buryat vom Ostufer des Baikalsees nicht lange auf sich warten lassen.

Was sollen solche nutzlosen Informationen? Wessen Küche profitiert davon?