Die Augen brennen, der Kopf dröhnt, der Nacken ist bretthart - wieder ein Arbeitstag um. Die Augen haben sechs Stunden auf den PC gestarrt, die Rollen des Bürostuhls Bewegung unnötig gemacht. Wer zu viel vorm Computer hockt, kann krank werden. "Die Hälfte derer, die einen halben Arbeitstag am PC arbeiten, bekommt Beschwerden im Schulter- und Nackenbereich", sagt Inge Zeller, Betriebsärztin bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund. Schuld sind neben mangelnder Bewegung und schlechter Arbeitsorganisation falsch oder schlecht ausgestattete Bildschirmarbeitsplätze.

Theoretisch dürfte es die gar nicht mehr geben. Denn eigentlich muss seit dem 1.1.2000 jeder der schätzungsweise 15 Millionen Bildschirmarbeitsplätze in Deutschland einer Gefährdungsanalyse unterzogen und der EU-Bildschirm-Richtlinie angepasst worden sein. "Noch aber liegt vieles im Argen", sagt die Arbeitsmedizinerin Inge Zeller. Ihr Kollege Armin Windel, Ergonom bei der BAuA, schätzt: Mehr als die Hälfte der Betriebe hätten ihre Bildschirmarbeitsplätze den Standards noch nicht angepasst. Falsch oder schlecht ausgestattete Bildschirmarbeitsplätze kosten die Krankenkassen Milliarden.

Vor der Tastatur sollen noch fünf bis zehn Zentimeter Tischplatte liegen. Außerdem: Der Tisch soll mindestens 68 Zentimeter hoch sein, damit man darunter rollen kann. Der Bildschirm darf nicht flimmern, die Bildauflösung muss gut sein, die Schrift möglichst schwarz auf weißem Grund, das Gehäuse halb matt bis seidenmatt, der Bildschirm 5 Grad nach vorn und 20 Grad nach hinten neigbar. Außerdem sollte die Software augenfreundlich sein. "Aber bei der Software-Ergonomie", sagt Ralf Dunkel, Diplomphysiker und Betriebsarzt bei den Arbeitsmedizinischen Diensten in München, "liegt ja alles im Argen, vor allem im Internet." Die Seiten sind überfrachtet, "eine Reizüberflutung mit unnötigem Zeug".

Am Arbeitsplatz eines abwesenden Mitarbeiters klappt der Siemens-Arzt die Füßchen der Tastatur ein, damit sie flacher steht, sagt: "Vermutlich wird er es nicht einmal merken." Ideal ist eine Tastaturhöhe von 30 Millimetern, gemessen an der mittleren Buchstabenreihe.

Nahezu optimal der Arbeitsplatz einer Auszubildenden. Ein graues, sanft gerundetes Kunststoffteil umgibt die eckige Tastatur und verleiht dem viereckigen flachen Brett ein geradezu weiches, ja kissenartiges Aussehen. Da liegen die Handballen bequem auf, das entspannt die Schultermuskulatur. Eine steile und unergonomische Tastatur kann Ursache für schmerzhafte Ganglienbildung am Handgelenk sein - Bindegewebsschwellungen in den Sehnen. Dazu die Maus. Leicht gewölbt, liegt sie unter der rechten Hand, vor ihr ein Polsterbänkchen, das unter dem Druck des Handgelenks sanft nachgibt. Da klickt der Finger beinahe wie von selbst. Wer den Arm hebt, die Finger von oben um die Maus schließt und in dieser Pose eine Stunde verharrt, der strengt die Muskeln an, als trage er fünf Minuten lang 20 Kilo. "Eine echte Bauarbeiterleistung", sagt der Arbeitsmediziner Ralf Dunkel. Ein falsches Bedienen der Maus kann bis zur Epikondylitis führen, dem so genannten Tennisellenbogen.

Das Telefon auf dem Stehpult bringt Bewegung in die Arbeit

Der Flachbildschirm der Auszubildenden steht etwa 50 bis 60 Zentimeter von den Augen entfernt, die Höhe stimmt auch: Oberkante des Monitors maximal auf Augenhöhe. Ideal, wenn der Kopf im 45-Grad-Winkel zum Schirm geneigt ist. Falsch, die weit verbreitete Meinung: je höher der Bildschirm, desto gerader sitze ich davor. Der Kopf wird nach oben gestreckt, die Muskeln verspannt.