Was Hape Kerkeling macht, ist Wegelagerer-Fernsehen, und zu den Opfern seiner Überfälle gehört vor allem - das Fernsehen. Zum Beispiel, wenn er für Darüber lacht die Welt Frau Moser in Augsburg heimsucht, um sie zu befragen, wie das war, als sie "Gold für Deutschland" gewann. Die betagte Fau weiß nichts von einer Medaille; Kerkeling aber besteht darauf und bettelt um Auskunft. Das erinnert an Loriots Sketch, bei dem ein Reporter nicht begreiften wollte, dass sein Interviewpartner keineswegs Raumfahrer war, sondern Verwaltungsangestellter. Hartnäckig wiederholte er seine Fragen nach den Auswirkungen der Schwerelosigkeit, und der Verwaltungsangestellte stotterte Sätze über sein Büro im 12. Stock.

Dieses zielgenaue Aneinandervorbeireden ist die Regel in den Schnell-schnell-Abteilungen des Fernsehen. Interviews, Talks, Statements - wenn die Beteiligten wissen, wovon überhaupt die Rede ist und gar dasselbe meinen, können sie froh sein. Meist ringen sie um den gemeinsamen Nenner, und wenn der sich abzeichnet, ist die Sendezeit rum. Dieses Verwiesensein aufs Minimum (an Sinn und Verständnis) macht allen Mitarbeitern der elektronischen Medien zu schaffen. Also ist es nötig, dass die Spaßmacher das Grundübel bloß legen.