Selbst Muggel wie wir sollten diesen freudigen, freudigen Tag feiern! Jenen nämlich, da sich der Londoner Verlag Bloomsbury entschloss, die Manuskripte der britischen Autorin Joanne K. Rowling zum Druck anzunehmen und sie der breiten, nichtmagischen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Erfolgsgeschichte der Kinderbuchreihe um den Zaubererjungen Harry Potter ist unglaublich: Das Erscheinen des vierten Bandes am Wochenende wurde in Großbritannien und Amerika gefeiert, wie man so etwas im Reich der Popkultur, nicht aber im Umfeld des Buchhandels zu tun pflegt. Über fünf Millionen Exemplare von Harry Potter and the Goblet of Fire sind für den englischsprachigen Markt in Vorbereitung. Die vorangegangenen drei Bände wurden weltweit mehr als 35 Millionen Mal verkauft. Im Oktober erscheint die deutsche Übersetzung .

Die Begeisterung, mit der die Harry Potter- Bücher vom Publikum angenommen wurden, war fast einhellig, und sie hatte etwas Ausgehungertes. Vielleicht stößt die Geschichte vor allem deshalb auf Zustimmung, weil sie sich dem herrschenden Zeitgeist so wunderbar widersetzt: eine Geschichte, die trotz nennenswerter Gruseleffekte nie Gut und Böse relativiert. Endlich einmal ein Phänomen, das nichts mit Beschleunigung, "notwendigen Reformen" und den allerneuesten Medien zu tun hat. Gefeiert wird vielmehr ein durch und durch altmodisches Medium, das Buch. Und noch dazu ein Buch für Kinder; ein Buch, das Familien gemeinsam lesen können.

(Alice im Wunderland),

(Pu, der Bär),

(Wind in den Weiden)

(Die Schatzsucher)