Fotoexperten rümpfen immer noch die Nase, wenn die Sprache auf Digitalkameras kommt. Selbst teure filmlose Apparate konnten bisher mit ihrer Bildqualität einfachen Kleinbildkameras nicht das Wasser reichen. Doch langsam ändert sich das: Die Topgeräte kosten zwar immer noch über 1000 Mark. Dafür ist auf einem guten Tintenausdruck auf Spezialpapier kaum noch ein Unterschied zum normalen Fotoabzug zu erkennen. Das gilt auch für die Sanyo VPC-SX550EX. Die knapp 1500 Mark teure Digitalkamera nimmt Fotos in einer Auflösung von bis zu 1,5 Millionen Bildpunkten auf, per Software hochgerechnet sind es sogar 2,1 Millionen.

Die Kamera unterscheidet sich in einem besonderen Detail von anderen digitalen Fotoapparaten: Neben digitalen Standbildern nimmt sie, mit geringerer Auflösung, auch komplette Videofilme auf. Die 300 000 Pixel erreichen fast die Qualität des normalen Fernsehsignals.

Mit dem Microdrive lassen sich Filme von bis zu 50 Minuten Länge aufnehmen. Und niemand merkt, dass man eigentlich filmt und nicht nur einzelne Fotos knipst. Die Kamera ist sehr leicht, deswegen sollten längere Sequenzen am besten mit Stativ aufgenommen werden - sonst erkennt man später vor lauter Wackelei gar nichts mehr. Außerdem verbraucht die Kamera bei der Videoaufnahme ordentlich Strom. Es empfiehlt sich also, ein zweites Akkupaar frisch aufgeladen bereitzuhalten.

Für das Videovergnügen muss der Käufer tief in die Tasche greifen: Zusätzlich zu den 1500 Mark für die Kamera werden für die Micro-Festplatte noch einmal 900 Mark fällig. Im Lieferumfang der Kamera sind Programme zur Nachbearbeitung der digitalen Bilder auf dem PC oder dem Apple Macintosh enthalten.