Das Feuilleton hatte Eckhard Fuhr bereits schätzen gelernt, da war der 46-Jährige noch Leiter des Ressorts Innenpolitik bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und galt als Kandidat für das Herausgebergremium. Mal schrieb der passionierte Jäger im Feuilleton über Rotwildkot, mal wandelte er auf Ludwig Ganghofers Spuren. Vor allem aber durfte er dort selbst dann noch den CDU-Parteispendenskandal kommentieren, als seine Leitartikel den Kollegen in der Politik bereits zu wenig CDU-freundlich formuliert waren. Nach einem kurzen Zwischenspiel in der Berliner FAZ- Redaktion verlässt Fuhr nun das Blatt. Ab Herbst soll er das Feuilleton der Welt leiten, dessen Chefsessel seit dem Wechsel von Christoph Stölzl ins Amt des Berliner Kultursenators vakant ist. Die Welt kann einen klugen, unabhängigen Kopf wie Fuhr gut gebrauchen, war doch ihr liberaler Geist, der Chef der Meinungsseite, Thomas Schmid, kürzlich im Streit verschwunden. Fuhr will die Welt zur "ersten Adresse für die kulturpolitische Standortbestimmung" machen.

Vor einem Jahr noch hatte es aus dem Umfeld von Gerd Schulte-Hillen geheißen, notfalls wolle der Gruner + Jahr-Chef bis vors Bundesarbeitsgericht ziehen, um die fristlose Kündigung gegen den von ihm zunächst hoch gelobten, dann aber wegen Auflagenproblemen und interner Streitigkeiten geschassten stern- Chefredakteur Michael Maier durchzusetzen. Einen vom Hamburger Arbeitsgericht vorgeschlagenen Vergleich über 1,25 Millionen Mark lehnte G + J im November 1999 ab. Daraufhin erklärte das Gericht die Kündigung für unwirksam. Kurz vor der Berufungsverhandlung stimmte der Verlag nun doch noch einem Vergleich zu, der deutlich über der ursprünglichen Summe liegen dürfte. Die Auflage des sterns liegt mittlerweile noch tiefer als zu Maiers Zeiten.