Wer viel reist, hat viel zu erzählen - allerdings nicht immer nur Gutes. Wie der Karibikurlauber, dem die teure Kameraausrüstung aus dem Hotelzimmer gestohlen wurde. Oder der Bahnreisende, dem während eines Nickerchens das Gepäck abhanden kam. Etwa acht Millionen Deutsche schützen sich jedes Jahr mit einer Versicherung vor solchen Pannen. Viele von ihnen umsonst. Wolfgang Scholl von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät: "Wer eine Reisegepäckversicherung abgeschlossen hat, muss sich so verhalten, als hätte er keine."

Realistische Chancen auf Schadenersatz haben nur Reiselustige, deren Habseligkeiten trotz größtmöglicher Sorgfalt gestohlen oder beschädigt werden. Wissen sollte man auch: Pelze, Schmuck, Film- und Fotoapparate sind nur unter strengen Voraussetzungen und höchstens bis zu 50 Prozent der Versicherungssumme geschützt. Für Geld, Wertpapiere und Tickets gibt es gar keinen Schadenersatz. Sportgeräte schützt die Versicherung nur während Transport und Lagerung, nicht aber während des Gebrauchs.

Eine private Auslandsreise-Krankenversicherung ist dagegen ein Muss für jeden, der weiter wegfahren möchte. Gesetzlich Versicherte stehen im nichteuropäischen Ausland auf verlorenem Posten, wenn Montezumas Rache oder Schlimmeres droht. Arzt und Klinik müssen dann aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Auf Nummer sicher geht - auch in europäischen Reiseländern -, wer eine Privatpolice in der Tasche hat. Die Versicherung übernimmt nicht nur die Kosten für Arzt, Medikamente und Krankenhaus, sondern - im Fall des Notfalls - auch die extrem teuren Rücktransporte nach Deutschland. Den Krankenkassen ist dies verboten. Auch privat Versicherte sollten sich eine solche Zusatzversicherung zulegen: Selbst bei einigen privaten Krankenvollversicherungen ist der Rücktransport nicht mitversichert.

Retter in der Not des Autourlaubers ist der Schutzbrief, so lauten zumindest die Versprechen der Anbieter. Neben den bekannten Pannendiensten spielt umfangreicher Service auch bei Versicherungen eine immer größere Rolle. Besonders preiswert gibt es die Schutzbriefe bei den großen Autoversicherern: bei der Allianz beispielsweise für 13 Mark, bei der HUK Coburg für 18, beim HDI für 16 Mark. Nachteil: Der Pannenhelfer ist nur zusammen mit einer Autohaftpflichtversicherung zu haben. Beim ADAC kostet der Schutzbrief inklusive Mitgliedschaft 139 Mark im Jahr.

Reiseversicherungen sind im Paket oft günstiger

Etwa 150 000-mal kracht es jedes Jahr zwischen deutschen und ausländischen Autos. Solche Urlaubsunfälle haben oft ein böses Nachspiel: Weil Autos etwa in den Urlaubsländern Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei abenteuerlich gering versichert sind, bleibt der deutsche Autofahrer nicht selten auf großen Teilen seiner Kosten sitzen. Eine Vollkaskoversicherung ist daher empfehlenswert. Sie springt auch für Kosten ein, die der ausländische Unfallgegner zu ersetzen hat, wenn dieser nicht zahlen kann. Die Versicherer verkaufen die Vollkasko nicht nur als Jahresvertrag, sondern auch als Kurzpolice für die Dauer der Reise. Das ist allerdings unverhältnismäßig teuer, weil der individuelle Schadenfreiheitsrabatt bei den Kurzverträgen nicht berücksichtigt wird. Wichtig für Autofahrer, die ins außereuropäische Ausland reisen wollen: Die Kaskoversicherung muss in solchen Fällen erweitert werden.

In den Reiseunterlagen sollte auch die grüne Versicherungskarte nicht fehlen. Das Dokument enthält alle wichtigen Daten über die Haftpflichtversicherung in verschiedenen Sprachen und erspart bei der Unfallaufnahme im Ausland viel Ärger.