Eine Schluckimpfung gegen das Aids-Virus HIV will der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim afrikanischen Babys jetzt gratis einflößen. Das Unternehmen hofft so, gesunde Neugeborene von HIV-infizierten Müttern vor Ansteckung zu schützen. Der verabreichte Wirkstoff Nevirapin war in Tests aufgefallen, weil er die Übertragung des Aids-Virus während der ersten vier Monate der Stillzeit um die Hälfte reduzierte. Die Mutter muss eine Tablette einnehmen, sobald die Wehen einsetzen, das Kind bekommt seine Medizin gleich nach der Geburt. Fünf Jahre lang wollen die Ingelheimer ihr Medikament in ganz Afrika verteilen - zum Beispiel zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO. "Eine gute Sache und mit Sicherheit ein weltweiter Prestigegewinn für das Unternehmen", sagt Jürgen Hess, Experte für HIV-Impfstoffe am Berliner Max-Planck-Institut.