Bricht demnächst das Paradies für Autokäufer aus? Können wir unser neues Vehikel bald zum Schnäppchenpreis im Supermarkt mitnehmen? Gut möglich.

Volkswagen, Marktführer in Europa, kassierte von der EU-Kommission dafür eine saftige Strafe, dass er den freien Handel seiner Neuwagen im Binnenmarkt behinderte. Die Sanktion wurde jetzt vor Gericht bestätigt.

Die Situation ist kompliziert: Noch genießen die Autohersteller im Binnenmarkt ein besonderes Privileg. VW, Opel, Fiat oder BMW können nämlich ganz allein bestimmen, wer ihre Neuwagen verkaufen darf. Exklusivverträge erlaubt ihnen die so genannte Gruppenfreistellungsverordnung (GVO).

Gleichzeitig jedoch differieren die Preise für einen Golf oder Mercedes in verschiedenen EU-Ländern ganz erheblich. Kein Wunder, dass sich findige Händler und preisbewusste Kunden gerne im billigeren Nachbarland bedienen.

Beides ist den Konzernchefs ein Dorn im Auge, weil es die Profite schmälert.

Doch während sie die Wiederverkäufer ausbremsen können, dürfen sie den privaten Kunden nicht behindern - das sieht die GVO ausdrücklich vor. Diese läuft im Jahr 2002 aus. Der permanente Missbrauch - nicht nur durch VW - und der Druck der Verbraucherverbände legen nahe, dieses Privileg nicht zu verlängern und die PS-Branche dann wie die übrige Wirtschaft zu behandeln.

Die Konzerne argumentieren, dass die krassen Steuerunterschiede in den Mitgliedsstaaten schuld an den Preisdifferenzen seien. Da ist etwas dran - als Argument reicht das aber nicht aus.