Vor zwei Wochen ließ ein Feuer von dem australischen Palace Backpacker Hostel in Childers bei Brisbane nur rauchende Trümmer zurück. Auf der Flucht vor den Flammen schlugen die Rucksacktouristen Türen ein oder kletterten auf die Dächer der umliegenden Häuser. Manchen versperrten Gitter vor den Fenstern den Weg in die Freiheit. Für 18 Gäste wurde das rund 100 Jahre alte Queensland-Holzhaus, das als besonders schöner Tipp unter Backpackern galt, zur tödlichen Feuerfalle. Überlebende berichteten später, die Brandmelder hätten keinen Alarm gegeben.

Wie sicher sind Hostels downunder? Gerade bei Häusern, die ursprünglich nicht als Pensionen gebaut wurden, ist die Gefahr, dass Brandschutzverordnungen mit Füßen getreten werden, berichtet Edgar Hoff, langjähriger Australien-Kenner und Autor beim Reise Know How Verlag. Da sind Feuertüren verbarrikadiert, weil ein Bett oder ein Schrank davor steht, die Feuermelder funktionieren nicht, Fluchtwege enden an Fenstern, oder es gibt keine Feuerleitern.

Sydney 2000: Australien erwartet einen Ansturm der Touristen, darunter viele Rucksackreisende. Entsprechend rasant steigt derzeit die Zahl der Backpacker-Hostels. Für Rucksackreisende sind sie eine günstige Alternative zu Jugendherbergen. Das Übernachten in den Mehrbettzimmern ist nur wenig teurer, dafür ohne strenge Regeln, die viele junge Leute als lästig empfinden, wie zum Beispiel feste Essenszeiten oder Einhalten der Nachtruhe.

Weil Backpacker durchschnittlich mehr Geld ausgeben als Pauschalreisende, sind sie eine rentable Einnahmequelle für den australischen Tourismus. Gern wollen auch Privatanbieter ein paar Dollar mehr sehen. Sie kaufen Wohnhäuser an und eröffnen darin Herbergen für Rucksackreisende, berichtet Hoff. Wenn die Häuser für die Betreiber die Existenzgrundlage darstellen, kann man davon ausgehen, dass das Haus sauber ist und Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind. Die Einhaltung von Sicherheitsstandards und eine behördliche Kontrolle der Verhältnisse sind allerdings angesichts der Zahl dieser Unterkünfte schwierig.

Überdies sind Häuser in Australien häufig aus Holz gebaut, weil das Material Ungeziefer abhält und bei großer Hitze besser kühlt als Betonbauten. Bei einem Feuer allerdings werden die Holzhäuser brandgefährlich.

Sollte man die Häuser also grundsätzlich meiden? Edgar Hoff rät Backpackern: Keine Panik. Aber bevor man Geld auf den Tisch legt, sollte man durchs Hostel gehen und einen Blick in die Küche und Schlafräume werfen. Wenn sich der Abwasch von acht Tagen sammelt oder es so aussieht, als gäbe es mehr Kakerlaken als Gäste, kann man davon ausgehen, dass auch Sicherheitsvorkehrungen eher lax gehandhabt werden. Dann sollte man den Mut haben und wieder gehen."

Wo Backpacker in Australien sparen können, ist in zwei Heften, dem World Discount Directory und dem World Accommodation Directory, aufgelistet.