Was haben Sie empfunden, als Ende vergangener Woche Deutschland den Zuschlag für die Fußballweltmeisterschaft 2006 bekam?

Ich war nicht so überrascht. Unser Manager Reiner Calmund war die ganze Zeit vor Ort und hat mich auf dem Laufenden gehalten. Die WM 2006 ist eine Riesenchance für das vereinte Deutschland, sich als gastfreundschaftliches Land zu präsentieren. Wir haben in dieser Hinsicht Nachholbedarf. Die Leute sollen einfach sagen: Das neue Deutschland ist klasse.

Eine herausragende Rolle bei der deutschen WM-Bewerbung hat Franz Beckenbauer gespielt.

Er ist ein Glücksfall für den deutschen Fußball. Als er die Nationalmannschaft seinerzeit übernahm, verloren die Deutschen das erste Spiel gegen Argentinien mit 0 zu 3. Und am nächsten Tag machten die Zeitungen mit der Schlagzeile auf: Franz, weiter so!

Wäre Beckenbauer also der ideale Nachfolger des DFB-Präsidenten Egidius Braun?

Ach, wissen Sie, diese Rolle ist für Franz eine Nummer zu klein. Er ist Kosmopolit. Einer, der den Bogen von Laotse zur Bild-Zeitung spannen kann und im nächsten Leben als Frau wiederkommt. Nein, Gerhard Mayer-Vorfelder ist als kommender DFB-Präsident die richtige Wahl. Er hat viel Erfahrung in der Bundesliga und im DFB. Und er hat Reife kraft seines Alters.

Was bedeutet schon Erfahrung, wenn es um einen Neuanfang im Fußball geht?