Auch das noch: Der bayerische Familienminister und stellvertretende CSU-Vorsitzende, 56 Jahre alt, verheiratet, drei Kinder, hat ein außereheliches Verhältnis! Ja, dieser erzkatholische Kämpfer für Sittlichkeit und Anstand, der noch vor zwei Jahren publikumswirksam gegen die Arabella-Talkshow zu Felde zog, weil in ihr am helllichten Nachmittag dargelegt worden sei, "wie das mit dem flotten Dreier funktioniert".

Im Lande Getuschel, Schlagzeilen, Rücktrittsforderungen. Über den Geliebten weiß die Münchner Abendzeitung zu berichten, er sei "niederbayerischer Autohändler". Aber wer kann beschwören, dass es nicht einer jener "importierten Lustknaben" ist, von denen Bischof Dyba dieser Tage warnend sprach?

Schon sorgt sich die Süddeutsche Zeitung ob der öffentlichen Strenge. Mit dem Sündigen und Beichten sei es vorbei: "Bayern wird protestantisch."

Weit gefehlt! Herzhaftes Nebenher hat deutsche Politiker kaum je ihr Amt gekostet, unabhängig von Partei, Region und Konfession. Für die Erregung ausgerechnet jetzt gibt es eine ganz einfache Erklärung: Minister Stamm ist eine Frau. Ulrich Stock