Sehr geehrte Redaktion Leben,

stimmt was nicht mit Kaiser Franz? Eben noch in Küssnacht bei Zürich der WM-Triumph, jetzt in der Welt am Sonntag unglaubliche Enthüllungen. Ein gewisser Franz Josef Wagner schreibt, Beckenbauer habe ihm anvertraut, dass er gern für ein paar Monate eine Frau wäre, weil er das Mysterium der Geburt in seinem Körper erleben wolle. Den Spitznamen Kaiser findet Wagner lächerlich, er verstehe darunter Gold, Lack, gepuderte Perücken, kalbfleischrosa Dekolletés. Ein paar Seiten weiter schreibt Udo Lattek über Beckenbauer: Er könnte auch einen Mord begehen. Kaiser Franz zwischen Becken und Bau? Wie entsetzlich! Ihr ULRICH STOCK

Sehr geehrter Herr Stock,

beruhigen Sie sich: Wie kann eine Frau - und hieße sie Franz - das Mysterium der Geburt in ihrem Körper erleben? Welcher Kaiser trug je kalbfleischrosa Dekolletés? Das sind irre Formulierungen, typisch für den Borderterrier-Journalismus. Der schnappt oft zu und manchmal über. Vielleicht sollten Sie die Welt am Sonntag abonnieren, um sich abzuhärten? Wie wir!

Ihre REDAKTION LEBEN