Pariser Metro Klar, dass man den 100. nicht einfach so an einem Tag feiern kann. Auch eine dreitägige Dauerparty wäre dem Ereignis nicht gerecht geworden. So hat sich die Pariser Metro entschieden, das ganze Jahr über zu feiern. Am 19. Juni 1900 war sie anlässlich der Weltausstellung eröffnet worden, und noch heute rollt und rollt sie. Wer gratulieren will, kann das an vielen Orten tun. Neun Stationen wurden auserkoren, um bestimmte Themen zu symbolisieren. Am Bahnsteig der Station Europe etwa finden sich Bilder mit Gesichtern und Landschaften aus den 15 Ländern der Europäischen Union. Der Halt unter den Tuilerien widmet sich dem Weltkulturerbe. Worte und Persönlichkeiten, die das kollektive Gedächtnis prägten, sollen der Station Aura verleihen. Die Metro will aber nicht nur darstellen, sondern auch Anregungen von anderen aufnehmen. So durften Kairo, Moskau, Seoul und Mexiko-Stadt jeweils eine ihrer Metrostationen nachbilden. Paris ist sich gleichwohl seiner Strahlkraft bewusst. Das Wort Métro, der Name der früheren städtischen Eisenbahngesellschaft, ist in den Sprachgebrauch vieler Länder übergegangen, obwohl London, New York und Wien ihre U-Bahn früher gebaut hatten. Damit der gute Ruf nicht zu Schaden kommt, nutzt der Betreiber RATP den Geburtstag gleichzeitig zu aufwändigen Sanierungsarbeiten. Diese fallen leider eher ins Auge als die kleinen und großen Kunstwerke.