Seit knapp zwei Wochen werben in den Filialen der Commerzbank bunte Poster auf Türkisch und Arabisch für den AlSukoor European Equity Fund - einen Investmentfonds, der auf Zinseinnahmen genauso verzichtet wie auf Aktien von Unternehmen, die Schnaps, Tabak oder Panzer produzieren. Eben so, wie es die islamischen Anlagerichtlinien vorschreiben. Dafür investieren die Manager des AlSukoor-Fonds in Werte wie British Telekom, Astra-Zeneca,TotalFina oder Bayer. Seit dem internationalen Startschuss im März (ZEIT Nr. 5/00) schnitt der Fonds mit einem Plus von fünf Prozent sogar besser ab als der von der Commerzbank gewählte Vergleichsindex MSCI Europe, der um zwei Prozent sank.

Doch der Verkauf des Fonds in Deutschland verläuft eher schleppend: Rund eine Million Euro sammelte die Bank hierzulande ein - gerade mal ein dreißigstel der Summe, die seit März in Asien zusammenkam. Kein Wunder, dass sich andere Banken und Investmentgesellschaften skeptisch zeigen: Es sei schwierig, multinationale Konzerne ohne Rauch und Rüstung zu finden, heißt es.