Als Erziehung noch geholfen hat, war die Sache schnell vom Tisch.

Gegessen wird, was auf den Teller kommt. Seitdem jedoch Kinder als Menschen behandelt werden, haben Eltern den Salat. Nun soll es dem Nachwuchs auch noch schmecken! Und gesund sein. Und abwechslungsreich.

Ewig Spaghetti und Pizza sind einfach nicht das Gelbe vom Ei. Nun treiben Mütter (Väter halten sich immer noch gern raus) ein raffiniertes Spiel. Das Spiel heißt: Versteck das Gesunde. Heraus kommen dabei Kreationen wie Blumenkohl-Burger mit Möhrendatschi. Iiii. Und schon ist der Kampf entbrannt.

Möhren! Au, Mama - nee! Erbsen, so was Fieses. Kann ich diese Fäden hier rausfischen, die find ich derbe eklig. Würg. Jeden Tag der gleiche Kampf. Bis die Mütter die Krise bekommen und rufen: Schluss, basta ... Ab zum Kochkurs!

Da stehen sie nun, Sonntagmittag Punkt elf. Vierzehn Kindern mit Tatendurst, bodenlangen Schürzen, Namensschild oben links, und los. Im Restaurant Lambert wird was Feines angerichtet. Mit gleich drei Köchen. Da haben wir sie: Hans Werner Müller, das ist der Dicke, der sogar sein Lachen mit ein bisschen Butter in der Stimme verwöhnt. Michael Ohm, der weiß, wie Süßes geht. Und Stefan Dahle, das ist der Jüngste, der mit dem Messer. Hui, das ist scharf.

Pfoten weg.

Was es gibt? Ein Menü von drei Gängen. Vorweg eine gelbe Karottensuppe mit Quarkravioli, als Hauptgang Poulardenbrust mit Cornflakes-Kruste, Gemüse und Kartoffelpüree. Zum guten Schluss Rote Grütze mit Vanilleeis. Staunen in der Runde. Als hätte jemand gesagt: Gleich fliegen wir zum Mond. Das sollen wir hinkriegen? Hans Werner sieht sich triumphierend um. Klar schaffen wir das.