In einem eigenen Kapitel prüft der Autor die Säuberungen der Partei 1948 bis 1951, den innerparteilichen stalinistischen Terror. Dabei thematisiert er sowohl den Kampf gegen den "Sozialdemokratismus" als auch die Säuberungen unter Kommunisten, den "Trotzkisten". Die Auswirkungen der Säuberungen und Ausschlüsse sind im letzten Kapitel über die Mitgliederbewegung 1946 bis 1953 nachzuvollziehen. Vom Höchststand 1947/48, knapp 1,8 Millionen, ging die Mitgliederzahl 1953 auf 1,2 Millionen zurück. Immerhin waren 1948 und 1949 noch über 110 000 Mitglieder ausgetreten, selbst im ersten Halbjahr 1951 noch 30 000. Vor allem 1950/51 sind jedoch die Ausschlüsse bestimmend. Durch starken Zustrom von jüngeren Mitgliedern erfolgte eine Umschichtung und änderte sich die Mitgliederstruktur. Hier sind weitere detaillierte Untersuchungen und Einsichten zu erhoffen.

Malychas Fazit ist überzeugend: "Die Transformation der SED in eine stalinistische Partei und die Herausbildung eines ,sozialistischen Mehrparteiensystems' waren Bestandteil eines allgemeinen gesellschaftspolitischen Umwandlungsprozesses, in dessen Ergebnis Ostdeutschland trotz partieller Unterschiede nach sowjetischem Vorbild umgeformt wurde." Es ist das Verdienst von Malycha, diesen nicht unbekannten Prozess nun mit lange geheim gehaltenen Archivalien detailreich nachgewiesen zu haben.

Andreas Malycha: Die SED

Geschichte ihrer Stalinisierung 1946-1953

Verlag F. Schöning, Paderborn 2000

541 S., 98,- DM