Wenn das kein Thema für den Sommer ist! Die Bundesregierung, so war zu lesen, will eine Autobahngebühr für Personenwagen einführen. Von 3,3 Pfennig pro Kilometer ist die Rede, von 2008 an soll die Maut fällig sein. Schon 2003 werden Brummis zur Kasse gebeten, und zwar entsprechend der zurückgelegten Strecke. Warum also nicht ebenso die Pkw schließlich verpesten auch sie die Umwelt und nutzen die Infrastruktur ab. Selbstverständlich wird der Ertrag der Gebühr wieder in den Straßenbau gesteckt, und ein paar Steuern kann man ja auch senken, damit die Autofahrer nicht gar zu rebellisch werden.

Gemach, gemach! So ungefähr sehen die - noch nicht amtlich veröffentlichten - Vorschläge einer Kommission aus, die den amtlichen Auftrag hat, sich angesichts leerer Staatskassen Gedanken über "neue Wege der Verkehrsinfrastrukturfinanzierung" zu machen. Damit seien die Fachleute noch voll beschäftigt, wiegelte Verkehrsminister Reinhard Klimmt sogleich ab, im Übrigen halte er nichts von einer weiteren Belastung der Autofahrer.

Aber wenn nun doch die Versuchung groß wird, eine neue Quelle für die Staatskasse zu erschließen? Dann wäre das eine ziemlich krumme Tour.

Gleichwohl aber ist es gar nicht nötig, Fernstraßen gleich in die Rubrik Daseinsvorsorge einzureihen und damit zur primären Staatsaufgabe zu erklären.

Man braucht auch beim Stichwort "Maut" nicht das emotional geladene Bild vom Raubüberfall auf Autofahrer zu bemühen. Es geht auch sachlicher.

Die Autobahnen im Land sind lange Zeit mit dem Ertrag der - an diesen Zweck gebundenen - Mineralölsteuer finanziert worden, in jüngeren Jahren aus dem allgemeinen Steueraufkommen. Müsste nun der Autofahrer zum zweiten Mal für dieselbe Sache zahlen, wäre das schlicht eine Zumutung.

Dafür, so schallt es aus Berlin zurück, kann ja Entlastung an anderer Stelle gewährt werden. Eine Milchmädchenrechnung, denn was ändert sich für die Bewältigung öffentlicher Aufgaben, wenn auf der einen Seite eingenommen und auf der anderen Seite in gleicher Höhe auf Einnahmen verzichtet wird.