Aufatmen können die Kunden des Hamburger Stromversorgers Zeus. Zwar hat der junge Stromlieferant, der mit Kampfpreisen den Markt durchschüttelte und dann selbst in Turbulenzen geriet (ZEIT Nr. 24/00), inzwischen den Insolvenzantrag gestellt. Dafür will nun der Berliner Lieferant best energy einspringen. "Wir haben rund 40 000 Zeus-Kunden angeschrieben", sagt Katja Schulze von best energy. Wer schnell antworte, könne bereits von Anfang September an Strom aus Berlin erhalten. Zeus stellt seine Lieferung zum 31. August ein. Mit dem Unternehmen gehen auch seine Billigangebote: Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden zahlt, wenn sie das Angebot aus Berlin annimmt, statt 840 Mark wie bei Zeus künftig rund 900 Mark jährlich.

Nach dem Bremer Anbieter Vossnet verschwindet mit Zeus übrigens schon das zweite Unternehmen vom liberalisierten Strommarkt. Und es wird wohl nicht die letzte Veränderung in der noch jungen Branche bleiben. Noch immer klagen Experten über die Strompreise einzelner Unternehmen, die lediglich als Lockangebot dienten und betriebswirtschaftlich jeder Grundlage entbehrten.

Viele Anbieter wiederum beschweren sich über viel zu hohe Preise, die die Netzbetreiber, also die ehemaligen Monopolisten, für die Durchleitung des Billigstroms verlangen. Weil aber auch die Wechselbereitschaft der Kunden nach wie vor äußerst gering ist, geraten gerade kleinere, finanzschwache Unternehmen immer stärker unter Druck.