Wirklich gut ging es ihm nahezu nie, nicht mit der kurzen Liebe zu seiner Freundin, der einzigen Frau seines Lebens, gesundheitlich auch nicht und schon gar nicht finanziell.

Um Geld bat er mit Erfolg immer mal wieder seinen drei Jahre jüngeren, gut verdienenden Bruder: Könntest Du mir, mein lieber Alter, 20 Francs für meine gottverdammte verflixte Miete schicken ohne werde ich es niemals schaffen.

Und einige Zeit später: Ich habe leider keinen Sou mehr in meinem Geldbeutel ... Du wirst so gut sein, mir eine kleine Hilfe in Form einer Postanweisung zukommen zu lassen ... Ich hab' vor, zum nächsten Mietzahlungstermin umzuziehen ich habe schon gekündigt.

Er zog noch mehrmals um, in immer kleinere Zimmer.

Die Schuld für seinen Abstieg gab er dem lieben Gott: Am Ende glaube ich, schrieb der 30-jährige Katholik dem Bruder, der liebe Gott ist doch einer von diesen Halunken, wie sie nicht gerade an jeder Ecke stehen. Seine angebliche Barmherzigkeit, das sehe ich wohl, steckt er sich sonstwohin und holt sie nur in den seltensten Fällen mal hervor ... Soll ich Dir was sagen? Das wird ihm kein Glück bringen, und es würde mich nicht wundern, wenn es soweit käme, dass er seine Stelle verliert. Und das hätte er im Grunde genommen reichlich verdient.

Wenig später nahm er das Thema noch mal auf: Du kennst ja meine Ehrfurcht vor dem Herrn. Es ist nicht nötig, dass er sich damit belastet, mich auf die Probe zu stellen die Kasteiungen, die ich mir selbst auferlege, genügen vollkommen, das sollte er wissen und ich sehe nicht ein, mit welchem Recht ich ihn immer zwischen den Füßen und auf der Pelle habe, von wo aus er mir ganz blöd bei allem zuschaut, was ich so mache.

Nicht nur mit Gott war er unzufrieden, auch mit sich selber und seinen Arbeiten. Mit 35 gestand er dem Bruder: Du kannst Dir gar nicht vorstellen, mein armer Alter, wie mir das zusetzt alles, was ich anfange, geht auf der Stelle schief ... ich mache einen Haufen Schund, und das tut mir gar nicht gut.