Die Faszination von Gifttieren habe ihn früh gepackt, gesteht Dirk Weickmann

Fotos: Dieter Mayr; Roland Richter (3)

Die Mamba ist tot

Dirk Weickmann züchtet Spinnen, experimentiert mit ihrem Gift, will ein Patent anmelden. Dann kommt die Polizei. Ist der Forscher Opfer einer Verschwörung?

Krimis sind häufig von zwei oder mehreren Handlungssträngen durchzogen, die sich spannend nebeneinander herschieben, um sich irgendwann zu berühren oder gegenseitig zu erklären. So ist es auch bei einem Realroman, der im wirklichen Leben noch nicht zu Ende erzählt ist: der Story um den jungen Spinnengiftexperten Dirk Weickmann. Da rankt sich einer der beiden Stränge um zwei seltsame Hausdurchsuchungen; der andere um einen potenziell millionenschweren Patentantrag. Die Frage, wie weit sich beide Erzählfäden verflechten und für wen sich daraus am Ende womöglich ein Strick drehen lässt, ist noch offen. Doch der Reihe nach. Wie viele Krimiautoren, so wählen auch wir das Stilmittel des introductio furioso , des dramatischen Einstiegs.

6. Juni 2000. Zoologisches Institut München, Kaulbachstraße, Pressekonferenz. Veranstalter: das Münchner Landratsamt. Thema: "Tierquälerei durch nicht artgerechte Haltung". Aus den hinteren Rängen meldet sich eine Stimme: "Herr Dr. Bauer, es heißt, Sie hätten bei der Durchsuchung des Zimmers von Herrn Weickmann eine Schwarze Witwe auf der Schulter gehabt?"

"Davon musste ich ausgehen", antwortet Markus Bauer, Veterinär im Dienst des Zoologischen Instituts.