In einen bühnenreifen Auftritt verwandelte Luciano Pavarotti seinen mit dem italienischen Fiskus ausgehandelten Steuerdeal. Lange rangen die Anwälte des Sängers mit den Finanzbehörden. Das Resultat: "Big Luciano" zahlt umgerechnet 25 Millionen Mark an das italienische Finanzamt, und der Fiskus bestätigt, dass Pavarotti kein Steuerflüchtling ist. Zur Audienz im römischen Finanzministerium rückte der Sänger mit großem Pressepulk an, legte dem Minister die Kopie einer Einzahlung der ersten Rate vor und zeigte sich reuig. "Aber, aber!", lenkte der Finanzminister begütigend ein. Da sei der Maestro gewiss schlechten Beratern auf dem Leim gegangen. Und dann die Absolution vor laufenden Kameras: "Luciano Pavarotti ist einer der besten Söhne Italiens", so der Minister. Das Melodram entsprang übrigens durchaus nicht einer Marotte des eitlen Stars. Tatsächlich droht ihm Ungemach, nachdem ein Gericht in seiner Heimatstadt Modena ihn in einem Berufungsverfahren verurteilt hatte. Außerdem hat die Staatsanwaltschaft in Bologna gegen ihn Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben. Leicht hätte ihm somit passieren können, was einst Sofia Loren widerfuhr. Sie war auf dem römischen Flughafen verhaftet worden und saß dann einen Monat im Kittchen.