Damals war noch was los

Dramaturg John von Düffel, 33, über die Sehnsucht nach Radikalität

Ihre Eltern wurden zu RAF-Zeiten als »Sympathisanten« verdächtigt. Was war das für ein Gefühl, wenn man Mama und Papa durchsuchte?

Für Kinder sind Stabilität und Ordnung ungeheuer wichtig; irgendwann wollen sie alle mal Polizisten werden. Insofern waren mir die Eltern oft peinlich. Ich dachte, ich müsste auf sie aufpassen.

Unreif wirken die Eltern auch in Ihrem Stück. Noch jüngere Menschen aber scheinen von Terroristen und ihrem »Umfeld« fasziniert ...

Auch viele meiner Freunde sagen, dass ihnen natürlich nicht die Gewalt, aber doch Personen mit entschiedenen Haltungen fehlen. Und bei fast jeder Lesung kommt irgendwann Sehnsucht auf: Mensch, damals war noch richtig was los ...

Wie erklären Sie sich solche Gefühle?